Corona-Krise und Zero Waste

Keine Macht den Hamsterkäufen – aber was können wir stattdessen tun?! Oder: Was hat der Zero Waste Lifestyle eigentlich mit der Corona-Krise zu tun?

31.03.2020, von miaray

Aktuell steht alles wegen der Corona-Krise Kopf: unsere Freizeit, das Sozialleben, die Arbeitswelt, die Wirtschaft. Aufgrund der Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen und Konsequenzen hat sich innerhalb weniger Wochen unser Leben in jedem Bereich extrem stark verändert. Und das zurecht, denn es sind Menschenleben in Gefahr, wenn wir die Auswirkungen der Pandemie einfach ignorieren.

Viele vergessen leider zwei wichtige Punkte:

  1. Jeder kann Überträger sein, auch wenn (noch) kaum Symptome aufgetreten sind.
  2. Jeder kann (schwer) erkranken. Nur weil statistisch betrachtet Risikogruppen stärker betroffen sind, bedeutet das nicht, dass z.B. nicht auch junge Menschen ohne Vorerkrankungen gefährdert wären.

Daher sollten wir alle Hygienevorschriften befolgen und möglichst wenig Situationen provozieren, in denen wir uns und/oder andere anstecken können. Nur so schaffen wir es gemeinsam durch die noch bevorstehenden Wochen, in denen uns die Corona-Krise sicher noch begleiten wird!

Aber was hat das mit Zero Waste zu tun?

Berechtigte Frage 🙂 In der Corona-Krise habe ich für mich einfach nochmal festgestellt, wie toll dieser Lebenstil eigentlich ist. Denn ich fühlte mich in vielerlei Hinsicht schon super vorbereitet auf eine Situation wie wir sie jetzt alle durchleben.

Wenn du zunächst einmal mehr über die Inhalte und den Zero Waste Lifestyle erfahren möchtest, schau doch mal bei meinem Artikel dazu vorbei!

Da wir ohnehin schon seit einiger Zeit darauf achten, alles irgendwie zu nutzen, wenig zu verschwenden und auf Unnötiges zu verzichten, kommen wir mit der zeitweisen Isolation bisher ganz gut zurecht.

Das hat mehrere Gründe.

Hier kommen einige Kernaspekte von Zero Waste, die uns jetzt zugute kommen

ohne Anspruch auf Vollständigkeit – wie immer 😉

Bewusst einkaufen!

Was brauchen wir wirklich? Und in welchen Mengen? Wir gehen nicht öfter einkaufen, als nötig, da wir nur das holen, was wir tatsächlich auch verbrauchen. Bedeutet natürlich, dass sich jeder mit seinem Verbrauch zunächst einmal auseinandersetzen sollte. Viel zu oft schleichen sich unbewusste Neigungen ein, denen man nur auf die Schliche kommt, in dem man sein Kaufverhalten gründlich durchleuchtet. Nicht das Angebot-Schild im Supermarkt bestimmt, was ich (in welcher Menge) kaufe, sondern meine Einkaufsliste! Und wo wir unsere Lebensmittel und Produkte kaufen, spielt auch eine Rolle.

Schätzen, was man hat!

Unser Konsumwahn lebt davon, dass wir immer wieder Neues oben reinschmeißen und weniger Neues hinten herauskommt und direkt auf den Müll geschmissen wird – egal, ob es noch funktionstüchtig ist, nur repariert werden müsste oder wirklich nicht mehr taugt. Und vieles, das wir heute kaufen, hat auch gar kein Durchhaltevermögen mehr, selbst wenn wir es wollten – länger als die Garantie oder zwei Waschgänge ist nicht mehr drin. Doch jetzt verändert sich die Lage: Nicht alles ist mehr unendlich verfügbar, da wir viele unserer Wegwerf-Produkte aus dem Ausland beziehen. Oder zumindest Bestandteile davon. Egal ob Kleidung, Nahrung oder Elektorartikel – produziert wird, wo es billig ist und wenig Auflagen existieren. Jetzt bekommen wir genau das zu spüren. Sogar Medikamente werden knapp, da die Wirkstoffe nicht mehr in Deutschland hergestellt werden. Und zukünftig werden voraussichtlich noch eine ganze Weile Dinge nicht mehr so schnell verfügbar sein – die Schließung vieler Geschäfte trägt natürlich ebenfalls dazu bei.

Im Sinne von Zero Waste achten wir darauf, dass wir uns Neuanschaffung gut überlegen. Brauche ich es wirklich? Kann ich mir vielleicht stattdessen etwas leihen? Oder kann ich etwas, dass ich bereits habe, für einen anderen Zweck benutzen? Wenn ich mir tatsächlich etwas kaufen muss, dann achte ich auf Qualität und Herkunft. Diejenigen, die es gemacht haben, sollen daran verdienen und einen fairen Lohn erhalten. Und ich möchte es lange benutzen können, weil es z.B. Ersatzteile gibt und aus guten Materialien besteht, die belastbar sind und wiederverwendet werden können. Plastik vermeide ich aus diesen Gründen – schaue doch für weitere Infos dazu gerne in meinen Artikel über Plastik rein :). Gute Beispiele sind hier der Rasierhobel (Rasierer und Klingen komplett aus Edelstahl, Klingen sind komplett wiederverwendbar und extrem günstig) und die Edelstahltrinkflasche. Etwas aufwändigere Recherche vorher und ggf. etwas höhere Anschaffungskosten, dass geben ich zu. Dafür jahrelang Ruhe und mein Geld habe ich verantwortungsvoll investiert. Und hey – die Produkte sehen oft auch richtig cool aus! Nix mit verstaubten Öko-Image 🙂 Das lohnt sich also für alle Seiten!

Das hält sich!

Man findet uns „Zero Wastler“ (:D) auch deshalb seltener in überfüllten Supermärkten, weil wir bewusst auf Lebensmittel zurückgreifen, die sich gut lagern und lange benutzen lassen. Z.B. getrocknete Linsen, Haferflocken oder spezielle Gemüsesorten (wie die riesige Superschmelzkohlrabi, die es bei unserem Biobauern gibt). Auch im Bad kommt uns das entgegen. Anstatt Shampoo oder Duschgel, benutzen wir feste Shampoobars und Seifen. Die halten länger, sind besser für die Umwelt und hautverträglicher, da sie auf unnötige Zusätze und Chemie verzichten. Wenn man sich damit beschäftigt, wird einem schnell klar, dass vieles, was wir in „Kosmetik“ oder „Pflegeprodukten“ finden, eigentlich Abfall oder Plastik ist. Gerade für eine tierleidfreie Lebensweise lohnt sich daher der Blick auf die Inhaltstoffe (hier geht´s zu einem Artikel für weitere Infos). „Aber das riecht doch so gut!“ bedeutet leider in nicht so seltenen Fällen auch „das löst Allergien aus“ oder „da sind Hühnerfüße drin“. Pfui…

Wusstest du, dass Männer- und Frauenhaut bzw. -haar gleiche Ansprüche haben? Pflegeprodukte müssen also gar nicht doppelt angeschafft werden – auch wenn uns die Werbung was anderes erzählt. Nur im Hinblick auf den Duft müsst ihr euch natürlich einigen 🙂

Haltbar gemacht!

Eingemachtes – Hach, da stehen wir einfach drauf 🙂 Ich esse im Sommer Obst, dass ich im Herbst selbst gepflückt habe – und umgekehrt. Meeeega! So kann ich saisonales Obst und Gemüse noch mit in die nächste Jahreszeit nehmen, ohne dass es in irgendwelchen Treibhäusern oder aufgrund von langen Transporten Unmengen an CO2 produziert. Wem Einmachgläser und/oder Fachkenntnis fehlen: Einfach Oma fragen! Denn vor einigen Jahren war es noch das Natürlichste auf der Welt, dass wir selbst für uns vorsorgen und nicht einfach davon ausgehen, zu jeder Jahreszeit jedes erdenkliche Lebensmittel in belieber Menge zu bekommen. Du kannst übrigens auch einfach Schraubgläser wiederverwenden. Einfach spülen und vor dem Befüllen desinfizieren, z.B. im Backofen oder mit kochendem Wasser.

Vieles kann z.B. auch einfach durch Trocknen haltbar gemacht werden. Zum Beispiel Orangenschalen (für Tee oder Sirup) oder Gewürze. Oder Lebensmittel werden fermentiert. Dazu gibt es im Internet zahlreiche Anleitungen, die alle darauf warten, ausprobiert zu werden!

Saisonal!

Und da wären wir auch schon beim nächsten Punkt. Es gibt tolle Saisonkalender, auf denen zu sehen ist, welches Obst und Gemüse zurzeit geerntet wird, weil diese Sorten mit der aktuellen Jahreszeit und Temperatur gut zurecht kommen. Somit können sie beim Bauern nebenan wachsen, was unnötige Transportwege und Lagerung spart. Und darüber hinaus wachsen sie dort ohne viel Einwirken durch beispielsweise zusätzliches Licht oder Wasser. Damit ist nicht nur die Ökobilanz besser, sondern auch der Geschmack!! Schade, dass sich viele scheuen, unbekanntere oder ältere Obst- oder Gemüsesorten zu probieren. Auch ein Salat ohne den Klimakiller Paprika schmeckt toll und kann, je nach Jahreszeit, immer etwas anders aussehen. Im Winter z.B. mit Winterpostelein und Spinat, aktuell hat Bärlauch Saison und im Frühbeet gibt es die ersten Salatköpfe und Radieschen zu bestaunen. Die Bauern geben in ihren Hofläden und auf den Märkten oft gerne Auskunft, inklusive Tipps für die Verarbeitung. Mehr Mut zu mehr Abwechslung auf den Tellern 🙂

Selbst anbauen!

Gärtnern macht sooo viel Spaß! Das kann ich einfach nicht oft genug wiederholen. Für die, die es nochmal lesen wollen, hier ist der passende Artikel dazu ;). Und geht auch im kleinsten Garten – und sogar ganz ohne. Microgreens brauchen nur eine Anzuchtschale, Sprossen nur ein Sprossenglas. Auch auf der Fensterbank kann jeder Kräuter wachsen lassen. Tomaten machen sich auf einem sonnigen Balkon genauso gut wie in einem gepflasterten Innenhof. Diejenigen, die große Ambitionen haben, können sich auch einen Kleingarten mieten oder ein Stück Feld. Alles ist möglich, keine Ausrede zählt 🙂

Pflanzkalender, Gartenjournal und Pflanzplan

Je mehr wir selbst anbauen und ernten, desto weniger muss ich logischerweise dazukaufen. Ich bin damit ein ganzes Stück unabhängiger vom großen Markt und lerne noch ganz nebenbei jede Menge über die Lebensmittel, die ich esse. Und kann dabei gleichzeitig gute Geschäftsmodelle unterstützen. Denn mein Gartenwerkzeug, meine Pflanztöpfe und mein Rankgitter sollen eine gute Qualität haben und lange halten. Und mein Saatgut und die Setzlinge sollten Bioqualität haben und nachbaufähig sein. Gerne pflanze ich auch unbekanntere und alte Sorten, die viele nicht kennen, aber unsere Insekten und Wildtiere lieben (und wir dementsprechend auch <3). Willst du Insekten in deinem Garten eine Freude machen, findest du übrigens hier die nötigen Tipps. Und wenn du einen Pflanzplan machen möchtest oder wissen willst, welche Gemüsesorten gut nebeneinander wachsen können, schaue doch mal hier nach.

Ein guter Nebeneffekt: Wer weiß, wie schwierig es ist, einen Apfelbaum zu schneiden oder Brokkoli anzubauen, der wird automatisch mehr für gutes Gemüse und Obst bezahlen wollen. Weil Qualität eben ihren Preis hat und Bauern, die ökologisch und nachhaltig vorgehen, von ihrer harten und extrem wichtigen Arbeit leben können sollten.

Bewusst lagern!

Wenn ich häufig zu meinen Lieblingslebensmitteln und -produkten greife, dann lohnt es sich, auch die optimalen Lagerbedingungen zu kennen. Unteres, mittleres oder oberes Fach im Kühlschrank? Keller oder Obstschale? Zitrusfrüchte mögen z.B. die Kälte im Kühlschrank überhaupt nicht und Möhren bleiben in ein Glas Wasser gestellt viel länger knackig und frisch. Keine Zauberkunst, nur gewusst, wie.

Auf die Menge kommt es an!

Die haltbaren Produkte, die wir dauerhaft brauchen, kaufen wir nach Möglichkeit in größeren Mengen ein, beispielsweise Waschmittel oder Essig – am liebsten direkt in einem Unverpackt-Laden, auf dem Wochenmarkt oder im kleinen Bauernladen direkt am Hof. Dort können wir genau die richtige Menge einkaufen, die wir brauchen. Hier mein Artikel, falls du wissen möchtest, wie das Einkaufen in einem Unverpackt-Laden funktioniert, inklusive Hinweis auf eine Deutschlandkarte, auf der alle Läden verzeichnet sind. Bestimmt gibt es auch in deiner Nähe einen! Auch Bauernläden sind keine Seltenheit mehr und sind überall zu finden. Sie sind eine tolle Möglichkeit für die Bauern, ihre Ware ohne Zwischenhändler und unnötige Lieferwege oder Verpackungen direkt an die Kunden zu verkaufen.

Durch sparen wir jede Menge Umverpackung und natürlich auch Gänge ins Geschäft. Aktuell sehen wir leider sehr häufig die extrem unkollegialen Hamsterkäufen. In Großmengen und vorausschauend zu kaufen, hat nichts damit zu tun, in Panikkäufen Regale leerzuräumen!! Jeder, der nach einem kommt (vllt. ein Kassierer oder eine Ärztin?), muss dann mit leeren Händen nach Hause gehen, während sich in meiner Abstellkammer ungenutzt Mehl und Toilettenpapier türmen. Im Supermarkt oder Krankenhaus wird auch nicht nur der bedient oder behandelt, der mit dem Kassierer oder der Ärztin verwandt oder befreundet ist. In so einer Welt, in der jeder nur für sich und seine Familie sorgt, würde kaum einer von uns leben wollen und können. Das sollten sich die „Hamster“ vor den Regalen bewusst machen.

Selbstgemacht!

Juhu – eine meiner Lieblingspunkte, weil es sooooo viel Spaß macht 🙂 Bevor ich lostigere und etwas kaufe, wie zum Beispiel Haushaltsreiniger, Mandelmilch oder Gesichtscreme, kann ich es auch einfach selbst herstellen. Schnell ins Internet geguckt und schon wieder etwas Neues gelernt. In der Regel ist meine erste Frage: „Häh, so einfach geht das??“ Gerade jetzt haben ja viele etwas mehr Zeit für kleinere oder größere DIY Projekte. Das sollte genutzt werden, denn es lohnt sich 🙂 Hier ein paar der Dinge, die wir nicht mehr kaufen müssen: Gemüsebrühe, Hautpeeling, Marzipan, Sirup, Badepralinen, besonderes Brot, Knuspermüsli, usw.

Ist denn wirklich alles schlecht im Moment?

Auch wenn es aktuell nicht immer danach ausschaut, so gibt es doch auch einige positive Entwicklungen, die wir uns immer wieder vor Augen halten sollten. Schon allein für unsere Psyche ist es wichtig, dass wir den Fokus nicht nur auf die Todes- und Krankheitsfälle und auf das richten, was gerade nicht mehr möglich ist. Es gibt auch gute und erstaunliche Entwicklungen, die ich mir vor einigen Wochen noch nicht habe vorstellen können. Und ich hoffe sehr, dass auch nach der Corona-Krise einige der aktuellen Veränderungen weiterbestehen! Denn dann hätte sich diese schwere Zeit in irgendeiner Form doch noch für uns alle gelohnt.

Das sollten wir auch nach der Corona-Krise beibehalten:

  • Bewussteres Konsumieren: Wir sollten Anschaffen, was wir wirklich brauchen und mit dem, was wir haben, fürsorglich umgehen – auch wenn es wieder überall verfügbar ist!
  • Genießen gemeinsamer Momenten: Zeit statt Zeug!
  • Stärkung der Unabhängigkeit von schädlichen/überflüssigen Produkten
  • Wertschätzung und Aufwertung „systemkritischer“ Berufe
  • Stärkung sozialer Netzwerke
  • Gegenseitige Hilfestellungen – mehr Gutmenschen 🙂
  • Schutz und Unterstützung älterer und/oder vorerkrankter Menschen – vor allem, wenn sie wenig Anbindung haben und oft alleine sind
  • Besinnung auf das, was uns wirklich glücklich macht und was wir tatsächlich brauchen
  • Ein Bewusstsein für die Verletzlichkeit unserer Gesellschaft und Komfortzonen
  • Die Erkenntnis, wie schnell Veränderungen und ein Umdenken doch möglich sind, wenn es erforderlich ist
  • die Schonung unserer Umwelt – weniger Fliegen, Auto fahren, Fast-fashion, usw.

In diesem Sinne…

haltet die Ohren steif und bleibt zuversichtlich!!

(„bleibt gesund“ wird aktuell ja so oft gebraucht und spare ich mir daher mal!!)

Ihr wollt euch weiter informieren, was euch noch durch die Corona-Krise helfen könnte? Diese beiden Klassiker sind immer eine Herzensempfehlung wert:

  • Bei Utopia gibt es jede Menge Tipps und unzählige Artikel in eigentlich allen denkbaren Themenbereichen wie Gesundheit, Ernährung, Mode oder Umweltschutz. Hier findet ihr zig DIY Projekte sowie Bewertungen und Berichte z.B. zu nachhaltigen (Online-)Läden. Einfach mal stöbern!
  • smarticular beschäftigt sich ebenfalls mit dem großen Thema nachhaltiger Lebensstil und speziell mit DIY Lösungen in sämtlichen Lebensbereichen. Keine Hefe mehr? Kein Problem, mach dir selber welche! Flecken gehen nicht raus? Hier hast du eine Anleitung, wie es mit einfach Haushaltsmitteln funktioniert. Auch die Gartenecke auf dem Blog ist sehr hilfreich und gut sortiert.

Katzenspiele Zero Waste

Rette Deine Katzen vor Langeweile und beschäftige sie artgerecht

05.11.2019, von miaray

Katzen sind für mich mit die wunderbarsten Lebewesen auf unserer Erde. Ich liebe alles an ihnen. Sie sind immer elegant und geheimnisvoll, manchmal sanft und anschmiegsam oder wild, eigen und kratzbürstig. Und es gibt immer wieder diesen Moment, in dem ich fest davon überzeugt bin, dass sie sich in Wahrheit über uns lustig machen 🙂

Zeit, die Du mit Katzen verbringst, ist nie verschwendet

Zeit mit seinen Katzen zu verbringen, macht nicht nur viel Spaß, sondern ist für die Beziehung zu ihnen sehr wichtig. Gerade für Katzen, die keinen Freigang haben, sollte es jeden Tag etwas Abwechslung geben. Spielen wir doch mit ihnen! Handelsübliches Spielzeug für Katzen hat jedoch aus meiner Sicht meist zwei große Nachteile: Es besteht aus billigem Material wie z.B. Plastik und Katzen benutzen es nicht.

Katzen sind von Natur aus neugierig

Spielen – aber wie?

Meine Katzen bleiben meist innen, sind schon älter und schlafen entsprechend viel. Dennoch kann ich mit ein paar Tricks dafür sorgen, dass der Jagdtrieb in ihnen erwacht 🙂 Dabei brauche ich nur berücksichtigen, was Katzen von Natur aus anspricht. Denn unsere Samtpfoten sind äußerst neugierig und genetisch noch sehr nah an ihren wilden Verwandten. Ihre Vorlieben lassen sich daher gut für Beschäftigungen nutzen.

Zero Waste Katzenbeschäftigung

Hier eine Liste an DIY Beschäftingungsmöglichkeiten und Spielideen, die bei meinen beiden Katzen sehr gut funktionieren. Teste sie einfach aus!

  • Das Lieblingsspielzeug meiner zwei Fellnasen ist eine einfache Kordel. Ja, Du hast richtig gelesen 🙂 Diese Kordel ist in Bio-Qualität (wichtig, da es ja in die Schnauze genommen wird) und war eigentlich für den Gartenbereich bestimmt. Ich habe ein großzügiges Stück abgeschnitten, beide Enden mit einem kleinen Knote vor dem Aufriffeln geschützt und SCHWUPS war das Kordelspiel geboren! Ich ziehe sie z.B. einfach hinter mir her oder unter Türen durch – abhängig davon, ob mein Spielpartner lieber hinterherrennt oder auflauert. Jedes Kätzchen hat nämlich seine Jagdvorlieben! Die Schnur ist griffig genug, dass es Erfolgserlebnisse gibt und dabei ausreichend dünn, dass es nicht zu leicht ist, die zu packen. Perfekt für den hochentwickelten Tastsinn! Für die ungeduldigeren Exemplare lässt sich das Ganze durch das Verknoten eines Stück Stoffs erleichtern.
  • Der Katzen-Klassiker: Kartons! Jeder kennt Bilder von verwaisten neuen Kratzbäumen, während Mietze schockverliebt im Karton nächtigt. Katzen sind so vorbildlich in Sachen Zero Waste, oder? Wäschekörbe, Schachteln, Schubladen – egal was, Mietze will ins Eckige. Gönnen wir ihr doch den Spaß.
  • Neben Schlafen ist Gucken eine der Lieblingsbeschäftigungen von Katzen. Du rackerst Dich mit der Kordel ab und nichts passiert? Kein Grund aufzugeben! Beobachten, auflauern und gucken gehört bereits mit zum eigentlichen Spiel. Deine Katze hat also schon Spaß 🙂 Schlafplätze mit Aussicht sind der Traum jeder Samtpfote. Kannst Du den Kratzbaum oder Schlafkorb vor ein Fenster stellen, tu ihr den Gefallen. Nur Vorsicht: Nie ein Fenster unbeobachtet auf Kipp stehen lassen, sonst läuft Deine Katze Gefahr, sich zu strangulieren!
  • Die wilden Vorfahren unserer Katzen kommen aus waldigen Regionen. Es liegt ihnen also im Blut, in größerer Höhe zu liegen, von wo aus sie alles gut überblicken können. Ist Deine Fellnase noch fit, kannst Du ihr beispielsweise ein Ausguck auf dem Schrank einrichten, in dem Du andere Möbel so drapierst, dass nichts umkippen kann und sie sicher hinauf kommt. Ist sie vom Typ ein bisschen abenteuerlustig, wird sie sich riesig darüber freuen und es nach herkömmlicher Skepsis bestimmt ausprobieren. Und dabei ganz nebenbei ihren Gleichgewichtssinn trainieren.
  • Katzen hassen große Veränderungen! Jedenfalls ist das bei meinen beiden der Fall. Wenn Du das Thema aber sensibel anpackst, wird daraus eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit. Denn auch Katzen langweilen sich schnell. Der alte Kratzbaum wird schon länger nicht mehr beachtet? Stelle ihn einfach mal an einen neuen Ort und TADAAA: Deine Samtpfoten werden ihn behandeln, als hätten sie ihn noch nie zuvor gesehen 🙂 Das Gleiche gilt für Schlafplätze. Nur bei Wasser- und Futternäpfen sowie Katzenklos würde ich davon abraten.
  • Wasser sollte immer in gewisser Entfernung zum Fressnapf zu finden sein. Katzen finden es unappetitlich, wenn Essensreste ins kühle Nass fallen könnten. In freier Wildbahn befindet sich die Wasserstelle ja schließlich auch nicht direkt bei der verwesenden Maus. Machen wir es ihr also nicht zu bequem.
  • Ich kann gar nicht sagen, was dahinter steckt – vielleicht weißt Du es? Sobald auf Couch oder Boden Zeitungen, Bücher, Hausaufgaben, Bachelorarbeiten – also Papier in irgendeiner Form liegt, flätzen sich die Katzen darauf herum. Bequemer? Kühler? Oder pure Boshaftigkeit, damit ich nicht weiterlesen kann oder das knittrige Dokument in die Tonne kloppen muss? Kätzchen schweigt und schnurrt nur… Nimm es also in die Hand, schnapp Dir ausgedientes Papier und lege es irgendwo hin. Super!
  • Katzen sind keine Freunde von großen, offenen Räumen. Das passt einfach nicht zu ihrer Waldmentalität. Wenn Du sie beobachtest, dann wirst Du wahrscheinlich feststellen, dass sie ungewöhnliche Wege benutzen, um in einem Raum von A nach B zu kommen. Du kannst es ihnen angenehmer machen, in dem Du künstlichen Sichtschutz einbaust, um den Raum zu unterteilen, z.B. vor dem Körbchen. Sei es mit Möbeln oder einfachen Decken: Haupsache, die Kätzchen sind nicht sofort zu sehen und können dahinter laufen oder liegen. Vermeide Dabei Sackgassen und schon ist Mauzi glücklich.
  • A propos Decken: Der Zero Waste Beschäftigungsjoker schlechthin! Lege sie flach auf den Boden, gefaltet unter den Tisch oder ausgebreitet über Stühle, um Deine Katzen neue Versteck-, Schlaf- oder Spielmöglichkeiten zu liefern. So veränderst du ohne Aufwand den ganzen Raum aus Sicht Deiner Katzen und machst ihn damit direkt interessanter. Decken lassen sich auch super in das Kordelspiel integrieren. Ich ziehe die Kordel an der hängenden Decke vorbei, während Mietze dahinter sitzt und mit der Pfote danach angelt (Mäuseloch-Taktik). Ich lasse sie unter der am Boden liegenden Decke verlaufen und meine beiden Fellnasen stürzen sich mit Inbrunst darauf (Maulwurftaktik – zum Fürchten wie ernst sie dabei gucken). Oder ich ziehe die Kordel über die am Boden liegende Decke und sie können ihre Krallen nach Herzenslust darin vergraben (Überfalltaktik). Dabei waren sie bisher so lieb und haben es bei den Spieldecken belassen und die „guten“ Decken verschont. No risk no fun 🙂

Viel Spaß beim Ausprobieren und Spielen mit Deinen Samtpfoten!

Du hast weitere Ideen, um Katzen sinnvoll und ohne Neuanschaffung zu beschäftigen?

Dann lass mir gerne einen Kommentar da!

Weitere Beiträge für Dich:

DIY vegane Mandelkugeln

Süße Nascherei aus nur drei Zutaten

03.11.2019, von miaray

Möchtest Du auch bei der Wahl Deiner Süßigkeiten auf unnötigen Verpackungsmüll sowie tierische Bestandteile verzichten, bleibt Dir meist nur der Gang zum nächsten Unverpacktladen (falls es einen in Deiner Nähe gibt) oder in die eigene Küche!

In schicker Edelstahldose machen die süßen Kugeln richtig was her

Brot backe ich liebend gerne, Plätzchen und Kuchen eher weniger. Bei Torten, Pralinen und dem ganzen aufwändigen Kram bin ich bis jetzt sogar ganz raus 😀 Dafür bin ich einfach zu ungeduldig und talentfrei. Was mich immer wieder in eine Zwickmühle bringt, denn ich liebe Süßes einfach abgöttisch.

Ich mag es, wenn die Sachen herkömmliche und möglichst wenig Zutaten brauchen, ziemlich sicher gelingen und dann auch noch lecker sind. Da freut sich mein schokohungriges Herz wie Bolle!

Du suchst kleine und schokoladige Naschereien, die man gut vorbereiten, mitnehmen oder verschenken kann? Und die ohne zusätzlichen Zucker auskommen und aus nur drei Zutaten besteht?

Vegane Mandelkugeln!

DIY-Mandelkugeln

Das brauchst Du für die Mandelkugeln:

  • 160 g Datteln
  • 100 g Mandeln
  • 30 g Backkakao

Alles in den Standmixer und so lange zerkleinern, bis alles zu einer gleichmäßigen Masse geworden ist. Dann die Mandelkugeln formen und im Kühlschrank kalt stellen. Und auch wenn die Mandelkugeln aus diesen drei Zutaten schon genial schmecken: Natürlich kannst Du (zusätzlich) auch andere Nüsse verwenden oder nach dem Mixen z.B. vegane Schokoraspeln dazugeben. Einfach mal ausprobieren.

Viel Spaß beim Nachmachen und Verkosten 🙂

Du möchtest noch mehr vegane und praktische Rezepte?

  • Hier geht es zum Rezept für ein herrliches Haselnuss-Dinkelbrot!
  • Oder bist Du ein Müslifan? Dann ist das DIY Knuspermüsli genau das Richtige für Dich!
DIY Weihnachtsdeko Zero Waste

DIY Weihnachtsdeko Zero Waste

Die schönste Zeit des Jahres steht bevor, die Temperatur sinkt und es wird Zuhause kuschelig. Was ist da stimmungsvoller, als die eigenen vier Wände zu schmücken, um sich mit weihnachtlicher Vorfreude anstecken zu lassen? Aber Weihnachtsdeko und Zero Waste, geht denn das?

Naja, ganz ohne Verschwendung geht es wohl nicht, wenn Du dekorieren willst. Aber ohne Plastik funktioniert es allemal. Ich finde ohnehin den skandinavisch reduzierten Stil sehr schön, daher war die Idee von weißen Weihnachtsanhängern nicht fern.

Also, bist Du bereit für jede Menge Weihnachtsstimmung inklusive gutem Gewissen?

Das brauchst Du:

  • Mehl
  • Salz
  • Wasser
  • evtl. etwas Speiseöl
  • Etwas zum Austechen der Löcher (z.B. einen Edelstahlstrohhalm)
  • Ausstechformen
  • Zeichentusche / schwarzen Filzstift
  • Kordel

Und so einfach geht´s!

  1. Du mischst 2 Tassen Mehl mit 1 Tasse Salz. Gib danach 1 Tasse Wasser dazu und knete alles gut durch. Für die Geschmeidigkeit kannst du noch einen Löffel Speiseöl hinzufügen. Und schon hast du Salzteig 🙂
  2. Rolle den Teig aus und stich nun Deine Anhänger mithilfe der weihnachtlichen Plätzchenformen aus.
  3. Willst Du sie später aufhängen, vergiss nicht das Loch für die Kordel. Hierfür eignet sich zum Beispiel ein Edelstahlstrohhalm perfekt.
  4. Sobald Du mit den Anhängern zufrieden bist, lege sie an einen warmen Ort, damit sie trocknen können. Aufgrund der Energieverschwendung verzichten wir natürlich darauf, sie im Backofen zu trocknen.
  5. Entfernen vorsichtig überstehende Kanten und lose Teigreste mit dem Finger. Dabei musst Du nicht zu genau sein. Mir gefällt, dass sie alle ein wenig unterschiedlich aussehen. Wer will schon perfekt :-)?
  6. Schnapp Dir einen schwarzen Filzer und tobe Dich aus! Ich mag z.B. feine Umrandungen und einfache Formen. Probiere, was Dir am besten gefällt!
  7. Jetzt fehlt nur noch eine Kordel. Ich bevorzuge eine rustikale Bio Juteschnur.

Und schon kann die Weihnachtszeit kommen!


EU Entschluss Plastik adé

NEWS – EU-Parlament verbietet Einwegprodukte

24.10.2018, von miaray

Heute hat das EU-Parlament abgestimmt: Die ersten Einwegprodukte aus Plastik werden nun verboten!

Das Problem der Plastikflut hat so immense Ausmaße für Klima und Umwelt angenommen, dass nun auch von politischer Seite aus gehandelt wird. Gerade für die Produkte, die nur ein Mal benutzt, dafür in rauen Mängen verbraucht werden und für die es bereits Alternativen gibt, soll nun 2021 endlich Schluss sein.

Rotes Licht - Verbot von Plastikeinwegprodukten
Rotes Licht für Plastikeinwegprodukte

Welche Produkte sollen aussterben?

Plastikgeschirr und -teller:

Neben dem privaten Familienpicknick vor allem aufgrund von Großveranstaltungen ein Problem, denn hier sind wiederverwendbare Alternativen aufgrund der Wiederaufbereitung nicht immer eine umsetzbare Option. Ausweichen können die Veranstalter aber beispielsweise auf Einmalgeschirr aus Holz.

Plastikwattestäbchen:

Auch ein riesen Problem für unsere Wasseraufbereitungsanlagen! Viele entsorgen sie tatsächlich nach wie vor durch die Toilette. Aufgrund des geringen Gewichts schwimmen die Stäbchen an der Oberfläche und wegen ihrer Größe rutschen sie durch alle weiteren Filteranlagen durch. Am Ende landen sie dann in unseren Flüssen und Seen. Ausweichen kann man z.B. auf abbaubare Varianten aus Bambus.

Trinkhalme:

Hier kommt sicher eine immense Menge zusammen, bedenkt man, dass kein Eistee oder Cocktail ohne Trinkhalm serviert wird. Auch im privaten Gebrauch ist ihr klimaschädliches Image noch nicht spürbar angekommen. Genaue Zahlen zum Verbrauch dieser Einwegprodukte gibt es zwar nicht. Es gibt aber Schätzungen der Umweltschutzorganisation Seas at Risk, nach denen jedes Jahr ca. 36,4 Milliarden Einwegstrohhalme entsorgt werden. Das wären für jeden der 512 Millionen EU-Bürger 71 Stück pro Jahr. Und viel zu viele davon finden wir dann an unseren Stränden und Meeren wieder. Die Abschaffung wurde daher von vielen Seiten schon lange gefordert. Und seien wir mal ehrlich: Neben besseren Alternativen aus Papier oder (noch nachhaltiger da wiederverwendbar) Edelstahl lassen sich doch die meisten Getränke sehr wohl ganz ohne Trinkhalm genießen.

Rührstäbe für Heißgetränke aus Plastik:

Es gibt sie gemeinsam mit den Einwegbechern zu jedem Kaffee to go am Kiosk, Rastplatz oder in der Bäckerei dazu. Die Deutsche Umwelthilfte schätzt, dass in Deutschland stündlich ca. 320.000 Becher aus unterschiedlichsten Zusammensetzungen (Polystyrol, Kunststoffbeschichtungen, usw.) inklusive Plastikdeckel über die Ladentheke gehen. Und mit ihnen eben auch die kleinen Plastikrührer, ein weiteres Beispiel für überflüssige Einwegprodukte aus Plastik. Zur Herstellung dieser Wegwerfartikel wird neben Rohöl auch jede Menge Kunststoff benötigt. Denn Einwegbecher bestehen nicht nur aus Pappe, was die Aufbereitung nach der Entsorgung wesentlich erschwert. Die Mischung aus Plastik und hohe Temperaturen ist ohnehin bedenklich. Bessere Alternativen? Es gibt wunderschöne Edelstahlbecher, die in jeder Tasche Platz finden! Und seinen Kaffee kann man auch genießen, wenn man ihn nicht mit einem Stück Plastik sondern mit einem mitgebrachten Edelstahllöffel umgerührt hat. Wenn man gar nicht auf einen Löffelersatz verzichten will, tut es ganz sicher auch ein Stab aus Holz.

Dünne Plastiktüten:

Die typischen Tüten, die es an der Obst- und Gemüsetheke gibt. Und damit der Klassiker der Einwegprodukte aus Plastik. Einfach einen offenen Korb mit zum Einkauf nehmen und schon sind die Tüten überflüssig.

Luftballonhalterungen:

Sie sind für Wildtierfreunde, besonders aus Sicht der Vogelschützer, ohnehin ein Graus: Luftballons, in großen Mengen im Freien steigen gelassen, sind für viele dramatische und qualvolle Tode von Wildtieren verantwortlich. Die Tiere verfangen sich in Schnüren oder im Plastik und können sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Oder fressen gar den unverdaulichen Ballon und verschließen sich damit Speiseröhre oder Magen. Umso überflüssiger sind dann erst recht die Plastikhalterungen. Am sinnvollsten ist ein Verzicht auf beides.

Eine Todesfalle für Wildtiere: Heliumballons

Darüber hinaus sollen auch weitere Maßnahmen erfolgen. Noch nicht ersetzbare Einwegprodukte aus Plastik sollen reduziert, Plastikflaschen in allen EU-Ländern recycelt und Zigarettenfilter weitestgehend abgeschafft werden.

Und was bedeutet das nun?

Der EU-Beschluss ist sicherlich ein wichtiger Schritt in eine gute Richtung. Auch wenn es nur der erste Schritt sein kann. Aufgrund der Ausmaße des Verbrauchs ist wohl jedem klar, dass die handvoll Einwegprodukte, die (auch erst in zwei Jahren) verschwinden sollen, keine Kehrtwende in der Plastikproblematik bedeuten. Dafür ist das Thema viel zu vielschichtig und der Verbrauch an Plastik viel zu gewaltig.

Vielmehr ist es als Symbolentscheidung zu verstehen. Jeder Gutmensch sollte nun die vorsichtige Hoffnung haben, dass noch viele weitere solcher Entscheidungen getroffen werden, damit sich alle Beteiligten – Landesregierungen, Konsumenten wie auch die Unternehmen – in eine plastikfreiere Zukunft bewegen.

Und weiter geht´s! Hier gibt es weitere Infos zum Thema für Dich

  • Einen Überblick zu weiteren Details der neuen EU-Bestimmung zu Einwegprodukten findest Du bei Utopia.
  • Mehr Infos zur Trinkhalmdebatte? Auf der Homepage der Zeit findest Du einen passenden Artikel inklusive den Verweis auf ein äußerst schockierendes Video, dass die schrecklichen Auswirkungen des Mülls auf unsere Ozeane und Meerestiere zeigt.
  • Du kriegst nicht genug von Fakten über die so beliebten Kaffee to go Becher? Du möchtest in der nächsten Diskussion darüber, ob Pappbecher denn wirklich so schädlich sein können, mit starken Argumenten glänzen? Bitteschön: Die Deutsche Umwelthilfte hat Dir alle wichtigen Fakten zusammengestellt!
  • Der BUND hat einen kurzen Artikel zu Kaffee to go Alternativen verfasst.
  • Viel Aufklärung zur Ballonproblematik, Fotos der Folgen sowie gute Alternativen findest du auf der englisch sprachigen Seite von balloonsblow.
  • Du suchst weitere Alternativen zu Plastikprodukten? Dann stöbere in meinem Artikel über Zero Waste Anschaffungen, die sich für Dich lohnen könnten.
Müllentsorgung - so geht´s!

Müllentsorgung – so geht´s!

16.10.2018, von miaray

Dank Zero Waste  und Deines Zero Waste Plans hast Du Deinen Müll beträchtlich reduziert, herzlichen Glückwunsch! Denn Gründe und Alternativen gibt es satt und genug! Dennoch kann es natürlich vorkommen, dass es nicht ganz ohne geht und wir trotzdem etwas entsorgen müssen. Der Umwelt zuliebe sollte es dann aber auch die richtige Tonne sein!

In Deutschland gibt es Mülltrennung schon lange. Umso erstaunlicher, wie wenig viele darüber wissen. Und mal ehrlich: Wer kann schon genau unterscheiden, wann etwas in die Gelbe Tonne oder doch lieber in den Restmüll gehört? Und welche Lebensmittel kommen eigentlich in die Biotonne? Na eben!

Ich habe Dir mal die wichtigsten Infos herausgefischt und zusammengefasst.  Klicke dafür auch auf die runden Bilder.

Viel Spaß beim richtigen Müllentsorgen 🙂

Altglas

Altglas - das ist damit gemeint
Glasflaschen & Einweggläser -> Entsorgung nach den Farben weiß, braun & grün
Trinkgläser, Fensterglas, Blei- & Kristallglas, Spiegelglas, Vasen, Porzellan, Keramik & Glühbirnen
  • Wird nach Farbe in Sammelbehältern entsorgt: Weiß, braun und grün
  • Blaues oder gelbes Glas, was nun? Entsorge es wie Grünglas!
  • Bitte vorher ausleeren aber nicht spülen. Tipp: Ich gebe z.B. bei passierten Tomaten im Glas zum Schluss ein bisschen Wasser hinein und schüttele alles gut durch. Die Flasche ist danach fast sauber und ich kann auch noch den letzten Rest aus dem Glas in die Nudelsoße geben 🙂
  • Achte auf regionale Flaschen, sie haben trotz des höheren Gewichts von Glas eine bessere Klimabilanz als PET
  • Verschlüsse (Alu/Plastik) gehören in die gelbe Tonne / Wertstofftonne
  • Altglas kann fast zu 100 % recycelt werden & ist bis zu 50-mal wiederverwendbar und das ohne großen Qualitätsverlust

Altpapier

Altpapier - das ist damit gemeint
Papier, Pappe & Karton
Thermopapier z.B. Kassenzettel oder Backpapier (Restmüll), Tetrapaks (Gelbe Tonne), stark verschmutztes Papier z.B. Pizzakartons oder Papiertaschentücher (Restmüll) & Briefumschläge mit Fenster
  • Bevorzuge Produkte mit dem Blauen Engel. Das Siegel garantiert die Verwendung von Altpapier & einen reduzierten Einsatz von Chemikalien.
  • Versuche, die Menge an anfallendem Altpapier zu begrenzen und bestelle unnütze Zusendung z.B. Werbeprospekte ab.
  • Wusstest Du, dass Du unreife Tomaten in Zeitungspapier einschlagen und lichtgeschützt lagern kannst und sie dann nach einer Weile noch rot werden? Mit einer Schleife und ein wenig Schmuck macht sich Papier auch gut als Geschenkpapier (wobei wir Gutmenschen natürlich wiederverwendtbare Alternativen bevorzugen 🙂 ). Alte Prospekte oder Flyer benutze ich auch als Lesezeichen. Sicher fallen Dir noch mehr Möglichkeiten ein, wie Du Dein Altpapier eine Weile weiterbenutzen kannst!

Biomüll

Bioabfall - das ist damit gemeint
Küchen- & Grünabfälle
(Gekochte) Essensreste in zu großer Menge, behandeltes Holz, Asche, Müllbeutel & sogenanntes Bioplastik
  • Sammle Deine Bioabfälle ohne Plastiktüte, denn sie muss ansonsten später mühsam aus den anderen Abfällen heraussortiert werden oder verunreinigt gar den anderen Biomüll mit Plastikpartikeln. Benutze z.B. stattdessen Tüten aus gefalteten Zeitungspapier.
  • Guter Biomüll ist eigentlich viel zu schaden für die Tonne! Hast Du einen Garten, solltest Du Dir stattdessen einen eigenen Kompost anlegen. Das geht auch schon auf kleiner Fläche (z.B. mit einem Bokashi). 
  • Wurde das Gemüse oder Obst konventionell angebaut? Dann gelangen auch all die chemischen Giftstoffe zusammen mit den Abfällen in unseren Biokreislauf. Kaufe Obst und Gemüse also lieber in Bioqualität und sichere Dir so umweltfreundliche Anbaumethoden. Für die Entsorgung auf dem heimischen Kompost gilt das natürlich umsomehr, wer möchten schon die ganzen Gifte in seinem Garten haben?

Gelber Sack

Gelbe Tonne - das ist damit gemeint
Leichtverpackungen aus Metall, Verbundmaterial sowie Kunststoff wie zum Beispiel Tetrapacks & Konservendosen
Plastikeimer, verschmutzte Plastikverpackungen (Restmüll), Alufolie (Restmüll), Recyclingflaschen (Sammelstellen)
  • Plastik  und somit auch den Verpackungsmüll solltest Du weitgehend vermeiden. Je weniger, desto besser! Gute Alternativen gibt es reichlich. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Einkauf in einem Unverpacktladen?
  • Alte Kunststoffverpackungen lassen sich durchaus noch eine Weile weiter benutzen. Befülle z.B. den alten Badreiniger oder Seifenspender mit eigenen Biokreationen oder bewahre Dein Saatgut in einer Eisdose mit Deckel auf. Es macht Spaß, neue Aufgaben für Ausgedientes zu finden, probiere es aus 🙂
  • Kunststoff ist nicht in seine Bestandteile rückführbar und kann somit auch nicht recycelt werden. Auch wenn der Grüne Punkt etwas anderes suggeriert. Immerhin ist hier die Umweltbilanz etwas besser als beim Restmüll.
  • Wusstest Du schon: In manchen Gemeinden gibt es statt der Gelben Tonne eine Wertstofftonne. Es handelt sich dabei um eine Erweiterung, denn hier kann mehr entsorgt werden.
  • Verpackungen sollten aufgrund einer besseren Umweltbilanz vor der Entsorgung nicht gespült werden. Grobe Reste entfernst Du z.B. einfach mit einem Löffel, den Rest schafft die Aufbereitungsanlage.
  • Alu-Deckel z.B. bei Joghurtbechern solltest Du vor der Entsorgung abmachen. Auch wenn Becher und Deckel in die Gelbe Tonne gehören: Die Sortieranlage kann die getrennten Komponenten besser verarbeiten.
  • Becher sollten nicht gestapelt werden, bevor sie in den Müll wandern, auch wenn Du es mit den besten Absichten tust. Für die Sortieranlage sollte alles getrennt bleiben, denn nur so kann sie die verschiedenen Kunststoffbestandteile erkennen. Becher ist nicht gleich Becher!

Restmüll

Restmüll - das ist damit gemeint
Nicht verwert-, trenn- oder recycelbare Stoffe z.B. verschmutzte Verpackungen oder Kassenzettel
Problemstoffe z.B. Lacke (Wertstoffhof), stark behandeltes Material z.B. Möbelholz (Sperrmüll) sowie Energiesparlampen &LED (Sammelstellen)
  • Hier kommt (fast) alles hinein, was untrennbar aus mehreren Materialien besteht (Materialmix) und bei dem eine Rückführung und Nutzung der Ausgangskomponenten unmöglich bzw. sehr aufwändig ist.
  • Restmüll wird daher ausschließlich verbrannt, die Energiegewinnung hierdurch ist leider etxtrem gering.
  • Mithilfe von Zero Waste sollte bei Dir kaum Restmüll anfallen. Versuche weiter, ihn auf ein Minimum zu reduzieren!

Sondermüll – der ganze Rest

Sondermüll - das ist damit gemeint
Der ganze Rest gehört auf den Wertstoffhof: Problemstoffe z.B. Lacke oder Schutt, Elektromüll, Batterien (Sammelstellen) & Sperrmüll
  • Vermeide Elektromüll, indem du defekte Geräte z.B. in einem Repair Café reparierst.
  • Wirklich Sperrmüll?? Wenn Du es nicht umgestalten und weiterverwenden oder verkaufen kannst, dann überlege doch, ob Du es nicht spenden möchtest. Hiervon haben alle Seiten etwas, inklusive deinem Gefühl, etwas Gutes getan zu haben 🙂
  • Die Entsorgungskosten und Vorgaben, was z.B. als Sperrmüll gilt, unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde. Ein Blick ins Internet hilft!
  • Handys, Korken oder CDs bestehen aus wichtigen Ressourcen, gehören daher nicht in den Restmüll und werden meist für einen guten Zweck gesammelt (z.B. vom Nabu)

Weitere Tipps gefällig?

  • Von Utopia gibt es 13 Fakten rund um die Mülltrennung.
  • Alle aufkommende Fragen rund um den Biomüll beantwortet Dir der Nabu. Er gibt auch sehr hilfreiche Tipps, wenn Du Dir statt der Tonne einen eigenen Kompost anlegen möchtest.
  • Gar nicht so leicht: Was gehört denn nun in die Gelbe Tonne? Der Grüne Punkt gibt Auskunft.
  • Die Seite „Wohindamit“ beschäftigt sich mit den Themen Abfall und Umwelt und liefert neben einer Menge Tipps und Infos zur richtigen Entsorgung auch eine Verschenkbörse (pausiert leider zur Zeit aufgrund der neuen DSGVO Ordnung).


10 Ideen für Deinen Zero Waste Lifestyle

11 Ideen für Deinen Zero Waste Lifestyle

06.10.2018, von miaray

Bereit für Ideen für Deinen Zero Waste Lifestyle?

  1. Besorge Dir mindestens einen Jutebeutel und packe ihn in Deine Handtasche oder Deinen Rucksack. So hast du ihn immer bei Dir und bist auch für spontane Einkäufe gewappnet. In unserem eigenen kleinen Onlineshop verSAUeutelt.de gibt es welche mit selbstgestaltetem Druck und aus 100% Biobaumwolle. Schau gerne bei uns vorbei :-)Welche Anschaffungen darüber hinaus noch sinnvoll sind, kannst du hier nachlesen.
  2. Verzichte bei Deinen Einkäufen auf Produkte mit Plastik- oder PET Verpackungen. Halte nach Produkten in Gläsern und Lebensmittel ohne Verpackung Ausschau. Für den Rest frage Dich: Brauche ich das wirklich? Schadet es mir oder tut es mir gut? Falls Du daran festhalten möchtest: Finde Alternativen (selber machen, andere Marke, etc.).
  3. Finde heraus, wo der nächste Biomarkt in Deiner Nähe ist und kaufe dort beim nächsten Mal ein. Informiere Dich vorher in meinem Artikel darüber, was Du über „Bio“ wissen solltest. Bevorzuge die Märkte, die auf möglichst viel Verpackung verzichten und auf Dich einen nachhaltigen Eindruck machen. Bio ist nicht gleich Bio! Auch was die Kundenorientierung angeht, gibt es große Unterschiede. Ein gutes Indiz für einen unterstützenswerten Laden: Ein freundlicher und gelöster Umgang der Mitarbeiter untereinander!
  4. Gibt es in Deiner Nähe einen Unverpackt Laden? Wie ein Einkauf  dort abläuft, erfährst Du hier. Schnapp Dir ein paar Deiner leeren Einmachgläser und Beutel und probiere es aus!
  5. Verbanne Einwegtaschentücher, Kunststoffschwämme und Küchenrolle endgültig aus Deinem Haushalt. Ersetze sie durch Stofftaschentücher und -lappen sowie recycelbare Küchenschwämme. Aufgrund der Häufigkeit ihres Einsatzes sparst du damit Berge an Abfall ein.
  6. Suche Dir ein Rezept aus dem Internet heraus und stelle eigenen Haushaltsreiniger oder eigenes Spüli her. Weg mit den Chemiekeulen und falschen Werbeversprechungen!
  7. Miste Deinen Kleiderschrank, Dein Wohnzimmer oder Deine Büchersammlung aus. Verkaufe oder spende das, was Du nicht mehr benötigst. Einen passenden Artikel von mir dazu findest Du hier.
  8. Miste Dein Badezimmer aus. Räume die Schränke aus und lege alles auf einen Haufen. Wie viel von den Tuben, Cremes und Ölen brauchst du wirklich? Trenne Dich von alten Parfümproben und verstaubtem Badezusatz. Ersetze Plastikprodukte nach und nach durch nachhaltigere Varianten (Shampoobars, Bambuszahnbürsten, Zahnpastatabletten, usw., ein Artikel dazu wird bald folgen). Und entscheide Dich für eine hochwertige Creme in Bioqualität und mit möglichst wenig Inhaltsstoffen, anstatt für zig parfümierte Chemiepasten für jede Körperzone und Tageszeit. Damit stellst Du sicher, dass Deine Haut das bekommt, was sie benötigt und vor dem ganzen, ungesunden Rest verschont bleibt. Wusstest Du zum Beispiel, dass sich Männerhaut nicht von Frauenhaut unterschiedet?
  9. Fange an, Deinen Bio Müll zu kompostieren. (Ein Artikel dazu, was in welchen Mülleimer gehört, findest Du hier.) Falls Du keinen eigenen Garten hast, frage jemanden, der einen hat, viele freuen sich über gutes Kompostfutter. Oder informiere Dich über Wurmkisten und Bokashis.
  10. Überlege Dir Möglichkeiten, wie Du Geschenke ohne übliches Geschenkpapier verpacken und verschenken kannst. Bastle aus alten Kalenderbildern Geschenktaschen oder informiere Dich über Geschenkverpackungen aus Stoff. Es ist doch eigentlich verrückt, dass wir Massen an Papier herstellen und aufwändig bedrucken, nur um es direkt wieder in die Tonne zu schmeißen … Gib auch Deiner Familien und Deinen Freunden Bescheid, dass Du Dich z.B. über wiederverwendtbare Geschenktaschen freust. Gerade zu Weihnachten sammelst du aufgrund der Menge an gespartem Müll viele Zero Waste Bonuspunkte :-)!
  11. Beklebe Deinen Briefkasten mit einem „Werbung nein Danke!“ Hinweis und gib den Geschäften Rückmeldung, von denen du danach trotzdem Werbung erhälst. Meist sind sie dankbar für einen Hinweis und geben der Firma Feedback, die für sie die Werbung verteilt.                                                                                                    Namentlich an Dich adressierte Werbung wird natürlich weiterhin eingeworfen. Nimm Dir daher vor, jede Werbezusendung per Mail abzubestellen. Es kostet Dich nur wenige Minuten (verwende einfach immer den gleichen Text). Und es wird Dir nichts entgehen! Unfassbar, wie viele Zusendungen da eigentlich zusammenkommen. Wenn es Dich interessiert: Sammle z.B. einfach mal für zwei Wochen alle Schreiben, die bei Dir reinflattern. Es wird Dich sehr freuen, wenn nur noch relevante Schreiben in deinen Briefkasten landen! Das gilt auch für Dein E-Mail Postfach. Hier reicht ein Blick ans Ende der Mail und ein Klick auf „abbestellen“!

Du hast weitere Ideen zum Zero Waste Lifestyle? Super, dann teile sie mit uns!

11 Ideen für Deinen Zero Waste Lifestyle
Viel Spaß beim ausprobieren 🙂
Zero-Waste-Plan

Zero Waste Plan – So gelingt die Umstellung!

04.10.2018, von miaray

Das wir im Sinne von Zero Waste auf Plastik und Verschwendung verzichten sollten, ist bei den meisten bereits angekommen. Aber wie finden wir geeignete Alternativen für Plastik und Co?

Sobald der Wunsch da ist, seine Lebensweise der Umwelt und unserer Zukunft zuliebe umzustellen, stellt sich direkt die Frage: Wo nur anfangen?

Die Zero Waste Lebensweise gibt Dir wertvolle Hinweise, die sich glücklicherweise in jedem Lebensbereich umsetzen lassen. Einige Beispiele, wie Dir das im z.B. Büroalltag gelingt, haben ich hier mal für Dich  zusammengetragen.

Halte Dir immer vor Augen: Egal, was du veränderst und ist die Änderung noch so klein, es ist der richtige Schritt! Und um auch für längere Zeit am Ball zu bleiben hilft es ungemein, wenn Du Dir kleine Fehltritte verzeihst, solltest Du mal schwach werden und in alte Gewohnheit zurückfallen. Denn je weiter du schon gekommen bist, umso schmerzhafter sind die Veränderungen, die dann noch übrig bleiben. Meine persönliche Erfahrung: Jeder von uns hat ganz besonders lieb gewonnene Gewohnheiten, die sich nicht ohne Trennungsschmerz oder besonders kreativer Alternativen verändern lassen 🙂  Eine meiner Schwachstellen? Auf jeden Fall Schokolade, die sich ohne Verpackung nur schwer auftreiben lässt.

Natürlich kann Dein Einstieg auch ganz ohne Plan und Liste klappen. Einige Alternativen und Anschaffungen, die sich aus meiner Sicht in jedem Fall lohnen, findest Du hier. Ich persönlich mag es einfach sehr, wenn ich etwas abhaken kann, denn das motiviert mich ungemein 🙂 Und als netten Nebeneffekt kommen Dir dabei auch direkt neue Ideen für weitere Verschwendungskiller, du wirst sehen.

Zero-Waste-Plan
Ein Zero-Waste-Plan gibt Dir Orientierung und motiviert zugleich

Der Zero-Waste Plan

Und so kannst Du Deine ersten Schritte in Richtung verschwendungsfreie Zukunft planen:

  1. Notiere Dir die aus Deiner Sicht größten Verschwendungen, die Teil in Deinem Alltag sind. Drei Sachen sollten ausreichen.
  2. Jetzt notiere Dir die aus Deiner Sicht am leichtesten zu verändernden Verschwendungen, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Auch hier sind drei Nennungen genug.
  3. Nun schau Dir Deine sechs Punkte an und wähle Dir aus jeder Kategorie genau eine Verschwendung heraus, die Dich am stärksten anspricht oder motivieren würde.
  4. Schreibe Dir nun diese zwei Punkte nebeneinander und sammle darunter Ideen, wie sich die jeweilige Verschwendungen abschaffen lassen könnten. Recherche im Internet ist natürlich erlaubt 🙂
  5. Markiere Dir die beiden Ideen, die Dir am vielversprechendsten erscheinen. Berücksichtige dabei , dass die besten Alternativen ohne Neuanschaffungen auskommen. Falls nicht, überlege Dir falls nötig direkt, was du mit den Sachen machst, die Du ersetzt (meinen Artikel zur Beseitigung der Spuren nach dem Ausmisten findest Du hier). Auch wenn es schöne Edelstahldosen oder Einmachgläser gibt und Du sofort alles verändern möchtest: Überlege Dir, was Du für eine gewisse Zeit noch weiter benutzen kannst, denn auch das Entsorgen von noch nutzbaren Plastikdosen ist eine Verschwendung, oder? Ich zum Beispiel habe einige meiner Plastikbehältnisse in den Garten verbannt und lagere darin sehr erfolgreich meine Saattütchen 🙂 ).
  6. Lege los!
  7. Nimm Dir die Liste nach einiger Zeit nochmal zur Hand und picke Dir die nächsten zwei Punkte heraus. Vergiss das Abhaken der zwei ersten und erfolgreich umgesetzten Punkte nicht 🙂

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Umsetzen und freue mich, wenn Du mir schreibst und mitteilst, mit welchen Punkten Du angefangen hast und welche Ideen Du hattest, um sie zu ersetzen :-)!

Zero-Waste-Plan, erste Schritte
Geschafft! Die ersten Schritte auf Deinem Weg Richtung Zero-Waste
Einmachgläser im Unverpackt-Laden

Zero Waste – Eine Kurzanleitung zu Unverpackt-Läden

30.07.2018, von miaraylo

Für einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck ist es sinnvoll, Alternativen zu herkömmlichen Supermärkten zu finden. Obst und Gemüse kann ich zum Teil auch dort ohne Plastikverpackung erhalten. Noch besser ist es, den regionalen Biobauern zu unterstützen und dort den Einkaufskorb mit unverpackten Lebensmitteln zu füllen.

Es gibt jedoch Lebensmittel und Hygieneprodukte, die ich auch dort meist nicht ohne üblichen Abfall und nur in nicht sehr nachhaltigen Varianten bekomme.

Unverpackt-Läden sind daher eine wichtige Ergänzung der Zero Waste Einkäufsmöglichkeiten und jeder, der einen in seiner Nähe hat, sollte ihm einen Besuch abstatten. Die Atmoshpäre erinnert mich immer ein wenig an alte Tante Emma Läden nur in modern, alles ist irgendwie entschleunigt und die schicken Lebensmittelspender und Einmachgläser inklusive Waage tun ihr Übriges dazu.

Vieles erinnert an die guten, alten Tante Emma Läden - nur in heller :-)

Vieles erinnert an die guten, alten Tante Emma Läden – nur in heller 🙂

Was gibt es dort?

Die Produktpalette kann sicherlich von einem zum anderen Unverpackt-Laden abweichen, auch abhängig davon, wie groß Ladenlokal und Lagerfläche sind. Die Öffnungszeiten des Unverpackt-Ladens in meiner Nähe sind beispielsweise recht begrenzt, daher gibt es dort ausschließlich haltbare, überwiegend getrocknete Lebensmittel und Hygieneprodukte.

Häufig erfüllen die Produkte noch weitere Ansprüche. Bio und vegan sind sie meist auch. Nahrungsmittel wie Nudeln, Reis, Hirse, Kircherbsen und Gewürze gehören zur Grundausstattung, Nüsse und Tees sind auch nicht selten. In der Regel gibt es ein Produktverzeichnis auf der Ladenhomepage. Auch ein guter Moment, um seine Zutatenliste zu erweitern! Kokoschips zum Beispiel eignen sich nicht nur zum kochen, mittlerweile esse ich sie auch liebend gerne so wie sie sind als Snack bei einem guten Film.

Im Bereich der Körperpflege und Reinigungsmittel gibt es auch so einiges, dass gut in das Sortiment passt: Shampoobars (als Ersatz für Shampoo in Plastikflaschen), Zahnpastatabs, recycelbare Wattestäbchen oder Spülschwämme – mittlerweile ist das Sortiment an nachhaltigen Alternativen ganz ansehnlich. Die Gelegenheit, sich alles einmal aus der Nähe anzusehen. Darüber hinaus kannst Du Dich hier auch mit einer guten Zero Waste Grundausstattung eindecken, wie Edelstahldosen, Gemüsenetze oder Jutenbeutel.

Und zu guter Letzt: Nicht zu unterschätzen ist sicherlich auch der Netzwerk Faktor, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen! Gibt es vielleicht Vorträge oder Veranstaltungen zu dem Thema in der Nähe? Oder plant der Laden sogar selbst, etwas auf die Beine zu stellen? Hier erfährst du es!

Wie funktionieren nun Unverpackt-Läden?

  • Die Läden bekommen ihre Ware in Säcken und Großgebinden (leider meist nicht  verpackungsfrei) und packt sie in Behälter oder Spender um.
  • Als Kunde bringst du Deine eigenen Behältnisse mit oder du kaufst Dir welche im Laden.
  • Die Behältnisse werden gewogen und beschriftet.
  • Du befüllst die Behältnisse mit den gewünschten Sachen.
  • Es wird noch einmal gewogen und du bezahlst deine „Ausbeute“.

Tadaa 🙂 Schon bist du stolzer Unverpackt Kunde, herzlichen Glückwunsch!

Praktisch und dekorativ zugleich: Die Unverpackt Ausbeute abgefüllt in Gläser

Praktisch und dekorativ zugleich: Die Unverpackt Ausbeute abgefüllt in Gläser

Zero Waste Checkliste- Anschaffungen, die sich lohnen

27.07.2018, von miaray

Was gehört zu einer guten Grundausstattung, wenn Du Zero Waste unterwegs sein willst? Worin lohnt es sich für Dich zu investieren? Und welche Alternativen zur herkömmlichen Sachen gibt es eigentlich?

Zunächst halte ich es auch für Verschwendung, alles vom einen auf den anderen Tag wegzuwerfen und durch Alternativen zu ersetzen! Das wäre nicht im Sinne von Zero Waste! Hier muss aber jeder für sich selbst entscheiden. Du kannst die Dinge, die nicht mehr zu Deinem Lebenstil passen, auch an Freunde oder Familie abgeben oder spenden. Oder du wartest, bis die „bösen“ Sachen nach und nach ersetzt werden müssen und dann kommt der große Moment: Endlich wird es nachhaltig! Wonach Du dann Ausschau halten solltest, findest Du im Folgenden aufgelistet (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Achso … und natürlich eignen sich alle Zero Waste Anschaffungstipps auch als tolle Geschenke für liebe Menschen, die sich genauso für ihre Umwelt interessieren wie Du 🙂

Edelstahldosen

Sehr schick, halten ewig (dadurch fällt der höhere Anschaffungspreis auch nicht so ins Gewicht) und Lebensmittel, die Du darin lagerst, verändern weder Geruch noch Geschmack. Besser als jede Kunststoffdose! Und damit eine gute Grundlage für Deinen Zero Waste Lebenstil. Übrigens: Das passende Pendant für Getränke sind Edelstahl Trinkflaschen. Sie halten alles wesentlich länger kühl bzw. warm und auch nach einem halben Tag im Rucksack schmeckt das Wasser noch wie frisch gezapft!

Schick, praktisch, langlebig und geruchsneutral: Edelstahldosen
Schick, praktisch, langlebig und geruchsneutral: Edelstahldosen

Einmachgläser

Hast Du das Glück, einen Unverpacktladen in deiner Nähe zu haben? Oder kochst du eigenes Obst ein? Dann solltest du über die Anschaffung von Einmachgläsern nachdenken. Für jeden Anlass gibt es eine andere Größe und auf dem Tisch aufgereiht sehen sie außerdem noch ziemlich gut aus.

Jute- und Stoffbeute

Beutel - so viel Auswahl

Beutel – so viel Auswahl

Tolle Sache und auch gar nicht mehr so „öko“ wie noch vor ein paar Jahren. Ob mit Griffen, Trägern, Kordel oder Zugband – für jeden Bedarf gibt es etwas Passendes inklusive nettem Aufdruck. Ich verwende Jutebeutel für Einkäufe (Kleidung wie Lebensmittel) und habe in jeder Tasche oder Rucksack mindestens einen dabei. Kann nie schaden und sie wiegen ja so gut wie nichts. Stoffbeutel habe ich mir von einer begabten Näherin aus alten Stoffresten machen lassen. Mit Zugband packe ich dort Brötchen oder Brot rein. Leider halten die Stoffbeutel nicht frisch, aber Zuhause kommen die Lebensmittel dann in eine Tüte, die ich immer wieder benutze. Somit spare ich bei jedem Bäckerbesuch Abfall und ernte gleichzeitig viel Bewunderung für die schicken Beutel :-). Übrigens: Mit einem Stoffstift kannst du dir im Handumdrehen einen ganz individuellen Beutel machen. Einfach Motiv heraussuchen und abpausen oder ganz frei von der Leber weg malen. Auch für Kinder eine tolle Sache!

Einkaufskorb

Im Korb findet alles seinen Platz

Im Korb findet alles seinen Platz

Offen und praktisch ist er bei jedem Einkauf mit von der Partie. Für viele sicher nichts Neues. Ich verwende ihn aber auch, wenn ich auf Gartenmärkte gehe, denn dort hole ich mir meist beim Biogärtner meines Vertrauens Pflänzchen, die ansonsten in dünne Mülltüten überreicht werden. Unnütz, wenn sie doch stattdessen stabil und sicher im Korb stehen können. Zum Schutz vor Erde und Wasser einfach ein altes Handtuch auf den Korbboden legen. Dann können beim nächsten Mal auch wieder die Lebensmittel darin Platz finden.

Teesieb

Tee gefällig? So sieht leckerer Tee aus, ganz ohne Beutel

Tee gefällig? So sieht leckerer Tee aus, ganz ohne Beutel

Ich gebe es zu: Ich bin eine leidenschaftliche Teetrinkerin 🙂 Ja, das klingt langweilig, aber ich freue mich zu Beginn des Arbeitstages einfach  über einen guten Tee, wie andere über ihren Morgenkaffee. Und am besten schmeckt er mir ohne künstliche Zusatzstoffe und Aromen! Damit fallen Teebeutel schon einmal raus. Da lohnt es sich, in eine gute Kanne inklusive Teesieb zu investieren! Benutzen, Tee genießen, auswaschen, fertig. Und den benutzten Tee aus dem Sieb kann man gut als Dünger für den Garten verwenden.

Rasierer

Jahrelang habe ich mich mit Plastikrasierern inklusive der überteuerten Ersatzklingen abgemüht, deren Hersellung aufgrund des minderwertigen Materials nicht mehr als ein paar Cent kosten. Dabei gibt es eine tolle und sogar kostengünstige Alternative im Sinne des Zero Waste: Rasierhobel aus Edelstahl! Sie sind in der Anschaffung vielleicht etwas teurer als die Kunststoffrasierer (zumindest im Vergleich zu denen, die ohne Strom funktionieren), dafür gibt es die Klingen aber in großen Packungen zu winzigen Preisen. Und sie halten ewig. Achja und schick sind sie auch noch :-)! Der Kopf lässt sich aufschrauben, die neue Klinge wird drauf gelegt, dann wird der Kopf wieder zugeschraubt – fertig. Zu Beginn war ich skeptisch, gerade der umfangreiche Warnhinweiszettel hat mich leicht nervös gemacht. Kann ich mich damit normal rasieren oder endet das in einem Blutbad?? Aber ich kann Dich beruhigen: Es ist kein Hexenwerk und der Umgang damit ist nicht schwieriger als mit einem Rasierer aus Kunststoff. Ich möchte ihn nun nicht mehr missen und empfehle jedem, einen Versuch zu wagen! Adé Plastikmüll, willkommen Rasierhobel!

Bokashi

Der aus Japan stammende Eimer ist eine super Möglichkeit, um Deinen Biomüll zu kompostieren und erfüllt damit einen wichtigen Grundsatz von Zero Waste. Du kannst ihn in verschiedenen Ausführungen kaufen (leider bisher nur in Kunststoff) oder du bastelst Dir einfach einen. Anleitungen dazu findest du im Netz.

Biomüll - viel zu schade für die Tonne

Biomüll – viel zu schade für die Tonne

Was macht man damit? Deckel auf, Bioabfall rein, Ferment dazu, Deckel drauf. So lange, bis er gut gefüllt ist. Dann zwei Wochen ruhen lassen und ab auf den Kompost. Der Eimer hat unten einen Hahn, so das Du dort während du ihn befüllst regelmäßig Flüssigkeit ablassen kannst und solltest. Die eignet sich in verdünnter Form sehr gut als Flüssigdünger im Gießwasser oder Rohrreiniger. Allerdings ist der Geruch gewöhnungsbedürftig, daher solltest Du sie nur draußen verwenden. Im Kompost dann wird der Bioabfall Dank des Ferments und dem Luftabschluss im Bokashi wesentlich schneller zersetzt. Wenn Du keinen eigenen Kompost hast, kannst du ihn auch an bekannte Gärtner überreichen. Eine gute Sache, gerade auch für diejenigen, die über keinen oder einen nur sehr kleinen Garten verfügen und ihren Bioabfall dennoch nicht in die braune Tonne werfen möchten.

Weitere lohnenswerte Anschaffungen werden folgen, schau mal wieder vorbei 🙂