Nichts für Vegetarier

Nicht vegetarisch – hier stecken tote Tiere drin!

von miaray, 03.02.2019

Du möchtest Deinen Lebensstil umstellen und in Zukunft auf Fleisch und Produkte toter Tiere verzichten? Super! Gründe hierfür gibt es ja einige, meinen Artikel dazu findest Du hier. Oder Du kennst jemanden, der sich vegetarisch oder vegan ernährt und möchtest Rücksicht darauf neben? Auch gut!

Neben dem offensichtlichem Verzicht auf Fleisch sind leider auch andere Produkte nicht vegetariergeeignet. Häufig liegt es daran, dass tierische Bestandteile extrem billig sind. Eine Kennzeichnungspflicht für vegane Produkte gibt es ja leider noch nicht. Daher müssen wir uns selbst informieren.

Hier ein paar Beispiele:

Fruchtgummis

Gummibärchen und Co enthalten in der Regel Gelatine und sind daher nichts für Menschen, die auf Bestandteilen aus totem Tier verzichten möchten. Gelatine besteht nämlich aus tierischem Bindegewebe, dass beim Auskochen von Schlachtabfällen entsteht. Der größte Anteil davon stammt von Schweinehäuten. Nicht besonders appetitlich, oder? Und natürlich nicht vegetarisch. Leider findet sich Gelatine auch in anderen Lebensmitteln wie Frischkäse, Wackelpudding oder Mashmallows. Ein Blick auf die Zutatenliste hilft meist weiter.

Klarer Apfelsaft

Klare Apfelsäfte sind ein Naturprodukt, oder? Zig Varianten von unzähligen Anbietern stehen Dir zur Auswahl. Und wer die grünen und roten Äpfel auf den Verpackungen erblickt, wird wohl kaum auf den Gedanken kommen, dass bei der Herstellung Schweine- oder Rindergelatine verwendet wurde. Aber genaus so ist es leider …

Sie wird dazu verwendet, die Trübstoffe herauszufiltern. Im fertigen Produkt ist sie nicht mehr nachweisbar. Und deshalb suchst Du auch vergeblich danach auf der Inhaltsliste. Im Zweifelsfall hilft nur ein schneller Blick ins Internet oder direkt der Griff zu trüben Varianten.

Parmesan und Käse

Parmesan und Co bestehen aus Milch und sind daher natürlich nicht vegan. Logisch! Was viele jedoch nicht wissen: Oft ist Käse nicht mal vegetarisch! Parmesan darf sich beispielsweise nur so nennen, wenn zu seiner Herstellung Kalbslab verwendet wurde und ist somit nie vegetarisch.

Was das ist ? Kalbslab wird dem Labmagen junger Kälber entnommen, die sich noch in einem milchtrinkendem Alter befinden.

Viele Käsesorte werden mittlerweile aus mikrobiellem Lab bzw. Labaustauschstoffen hergestellt. Auch hier ist also der Blick auf die Zutatenliste ratsam!

Roter Lippenstift

Kosmetik ist ein Thema für sich. Plastik wohin das Auge sieht! Wer dann auch noch auf Tierleid verzichten möchte, der sollte sich gründlich über tierversuchsfreie und vegane Produkte informieren.

Im Lippenstift steckt beispielsweise häufig Karmin, auch echtes Karmin, Cochenille, E 120, C.I. Natural Red 4 oder Koschenill genannt. Ein roter Farbstoff, der sich auch in Marmelade oder Süßigkeiten finden lässt. Er wird aus trächtigen Schildläusen gewonnen, die mit Essig behandelt und dann ausgekocht werden. Und es steht im Verdacht, Allergien auszulösen. Es erklärt sich wohl von selbst, dass Vegetarier hier verzichten …

Kerzen

Gerade in der dunklen Jahreszeit unverzichtbar: Kerzen. Exemplare aus Bienenwachs sind natürlich nicht vegan. Aber einige Kerzen sind nicht mal vegetarisch. Stearinkerzen bestehen manchmal aus Abfallsprodukten von Schweinen oder Rindern der Fleischindustrie. Die Lösung: Prüfe auf dem Etikett, ob es sich um pflanzliches Stearin handelt!

Leder

Leder ist nicht schlimm, schließlich ist es doch nur ein Abfallprodukt der Fleischindustrie, richtig? Leider völlig falsch!

Viele wissen mittlerweile: Wer Tierleid und Umweltzerstörung vermeiden möchte, Kinderarbeit ablehnt und kein Gift auf der Haut mag, dem bleibt nur eines übrig: auf Leder zu verzichten!

Denn neben dem netten Modetrend ist Leder vor allem ein Geschäft. Und ein lukratives noch dazu! Und das geht natürlich nur, wenn besonders viel davon besonders billig produziert wird. Denn der europäische Markt braucht jedes Jahr Tonnen an Tierhaut. Nicht nur für Kleidung, Schuhe oder Taschen, auch für Autositze, Dekoartikel oder Schmuck. Die Liste lässt sich unendlich fortführen.

Und wo kommt unser Leder her? Meist aus Ländern, in denen die Löhne billig und die Auflagen lückenhaft sind und kein Produzent Umwelt- oder Sozialstandards befürchten muss. Das bedeutet sowohl für die zahlreichen Tiere als auch für die Arbeiter unendlich viel Leid. Und für die Umwelt eine Katastrophe. Denn neben dem imensen Wasserverbrauch wird während des Gerbprozesses Unmengen an Chemie wie Chromlauge eingesetzt.

Und deutsches Leder? Wer hier zugreift und auf „artgerechte“ Haltung hofft, der irrt. Es gelten dieselben furchtbaren Bedingungen wie bei Fleisch. Auch ein Bio Siegel ändert nichts daran.

Leder ist übrigens in zig verschiedenen Varianten auf dem Markt und unter diversen Bezeichnungen. „Nubuk“ und „Boxcalf“ stammen beispielsweise von Milchkälbchen. Hier solltest Du also wachsam sein.

Und wer braucht schon Tierhaut?! Es gibt tolle Alternativen! Kork, Hanf und Co gibt es mittlerweile bei vielen Herstellern, die komplett auf Tierprodukte verzichten. Im Internet wirst du schnell fündig, ohne auf modische Outfits oder sogar Lederoptik verzichten zu müssen.

Versprochen :-).

Pelzbommel und Co

Muss ich heutzutage wirklich noch etwas dazu sagen? Leider ja …

Für Pelz sterben Tiere. Viele Tiere und auf furchtbare Weise. Wer hat nicht schon von den grausamen Pelzfarmen in Osteuropa, Nordamerika oder China gehört? Dort werden Füchse, Nerze und Co, aber auch Katzen oder Hunde in winzigen Drahtgitterboxen gehalten, mit Auspuffgas, Genickbruch oder Elektroschock getötet (damit der Pelz unversehrt bleibt), gehäutet und auf großen Kadaverbergen gesammelt. Manchmal leben die Tiere dann noch, nachdem ihnen die Haut abgezogen wurde. Von der Umweltbelastung durch solche „Betriebe“ ganz zu schweigen.

Ich finde es unbegreiflich, dass Menschen nach wie vor zu Pelz greifen. Gerade in Herbst und Winter sehe ich unzählige Pelzkaputzen oder Pelzbommel an Strickmützen und frage mich: Wissen die Leute nicht, dass sie totes Tier tragen oder ist es ihnen einfach egal? Und dabei gibt es gute Alternativen, die völlig ohne Tierleid auskommen. Warum ist der Pelztrend nicht da geblieben, wo er herkommt: In Omas verstaubten Kleiderschrank!

Ganz klar ist für mich: Pelz tragen wunderschöne Tiere und ignorante Menschen! (puh, das musste mal raus …)

Lammfell

Lammfell stammt nicht von geschorenen, sondern von getöteten Lämmern! Für die (übrigens wirklich unschönen) Moonboots beispielsweise werden pro Schuh mindestens zwei Lämmer getötet. Aber auch für Teppiche, Decken oder Jacken sterben Schafbabys. Und zwar unmittelbar nach der Geburt. Neben dem damit verbundenen Tierleid nimmt der Kunde auch alle negativen Nebeneffekte des Leders in Kauf (siehe oben).

Weitere Infos gefällig?

foodwatch hat eine Übersicht erstellt, in welchen Lebensmitteln tierische Bestandteile versteckt sind, ohne das es von den jeweiligen Herstellern deklariert wird.

Auf peta fndest Du einen informativen Artikel über tierleidfreie Kosmetik inklusive dem peta-Logo für empfehlenswerte Produkte.

Die Albert-Schweizer-Stiftung klärt darüber auf, welche schockierenden Zustände in der Lederindustrie herrschen, liefert Gründe darauf zu verzichten und zeigt Alternativen auf.

Gelabelt.de ist eine umfangreiche Kampagne, die über die Hintergründe der Pelzindustrie sowie mangelnde Kennzeichnungspflicht aufklärt und Dir Tipps gibt, wie Du selbst aktiv gegen Pelz vorgehen kannst.

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