Bioernährung senkt Krebsrisiko

NEWS – Bio Ernährung senkt Krebsrisiko

04.11.2018, von miaray

Ist Bio wirklich besser?  Eine neu veröffentlichte Studie will nun einen Zusammenhang zwischen der Ernährung mit Bioprodukten und dem Risiko für verschiedene Krebsarten nachgewiesen haben.

Lange gab es keine eindeutigen Hinweise. Sinkt die Gefahr von Gesundheitsrisiken wie Krebs oder andere Erkrankungen aufgrund der Ernährung mit Bio Lebensmitteln?

Warum gibt es bisher kaum Studien?

Studien sind eine schwierige Sache. Es müssen viele Kriterien erfüllt sein, damit die Ergebnisse wissenschaftlich anerkannt werden.

  • Gesundheit ist ein sehr komplexes Thema. Schwer zu sagen, warum der eine Mensch erkrankt und der andere nicht. Und welchen Anteil daran die Ernährung, die Gene, Umwelteinflüsse, der restliche Lebenswandel oder der Zufall haben. Viele Faktoren wirken hier gleichzeitig. Die Auswirkungen einer Ernährung mit Bioprodukten kann daher nicht als Einzelfaktor gemessen werden.
  • Die Laufzeit einer Studie ist ebenfalls wichtig, denn nur auf lange Sicht lassen sich mögliche Zusammenhänge feststellen. „Bio“ ist aber noch ein sehr junges Thema.
  • Repräsentativ sind die Ergebnisse darüber hinaus nur, wenn die Testgruppe groß genug ist, so dass nicht bloß Zufälle gemessen werden.
  • Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass die Studie mitsamt der Ergebnisse wiederholbar ist.
  • All diese Aspekte machen Studien sehr teuer, so das es sich nur wenige Unternehmen leisten können und öffentliche Gelder häufig für umfangreiche Fragestellungen nicht ausreichen. Und wer hätte schon ein so großes Interesse daran, einen Nachweis dafür zu liefern, dass konventionelle Ernährung ungesund ist?
  • Die Probanden, die sich freiwillig für eine solche Studie melden, weisen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen gewissen, häufig ähnlichen Lebenstil auf. Es ist daher außerordentlich schwierig, einen Durchschnitt der Gesellschaft abzubilden.

Alle Ergebnisse, die es dazu gibt, sind also mit einer gewissen Vorsicht zu genießen. Es lohnt sich daher immer, genauer hinzusehen und sich selbst ein Bild davon zu machen, ob Studien überhaupt Aussagekraft haben.

Auch die neue Studie zur Bioernährung ist nicht frei von diesen Einschränkungen.

Die Studie

Gesund und vital durch Bio?

Die Studie kommt aus Frankreich und wurde im Fachmagazin „Jama Internal Medicine“ veröffentlicht.

Seit 2009 sammelte das Forscherteam Daten und Infos von rund 69.000 Franzosen. Sie befragten sie zu ihrer Ernährung und erforschten, wie häufig welche Bio Lebensmittel konsumiert wurden.

Und das Ergebnis? Je mehr Bioprodukte auf dem Ernährungsplan standen, umso geringer war die Erkrankungswahrscheinlichkeit. Das Risiko war bis zu 25 Prozent geringer. Zwei Krebsformen waren hierbei besonders vermindert –  das postmenopausale Mammakarzinom (häufigster bösartige Tumor bei Frauen) sowie das Non-Hodgkin-Lymphom. Gerade bei diesen beiden Erkrankungen ist die Erkrankungshäufigkeit in den letzten Jahrezehnten stark angestiegen.

Was bedeutet das nun?

Dauer und Anzahl der Befragten sind beeindruckend, die Gruppe der Befragten war hingegen wenig repräsentativ. 

Und dennoch: Die Ergebnisse der Studie sind ein wichtiger Grundstein für weitere Forschungen!

Die Erkenntnis, das die Ernährung mit Bio Produkten das Krebsrisiko nachweislich senkt, steht nun erst einmal als Aussage im Raum. Diese Studie liefert sicherlich auch in anderen Diskussionen rund um unsere Landwirtschaft und Ernährung gute Argumente.

Mehr Infos gefällig?

  • Einen Focus-Artikel zur Studie mit weiteren Infos findest du hier.
EU Entschluss Plastik adé

NEWS – EU-Parlament verbietet Einwegprodukte

24.10.2018, von miaray

Heute hat das EU-Parlament abgestimmt: Die ersten Einwegprodukte aus Plastik werden nun verboten!

Das Problem der Plastikflut hat so immense Ausmaße für Klima und Umwelt angenommen, dass nun auch von politischer Seite aus gehandelt wird. Gerade für die Produkte, die nur ein Mal benutzt, dafür in rauen Mängen verbraucht werden und für die es bereits Alternativen gibt, soll nun 2021 endlich Schluss sein.

Rotes Licht - Verbot von Plastikeinwegprodukten
Rotes Licht für Plastikeinwegprodukte

Welche Produkte sollen aussterben?

Plastikgeschirr und -teller:

Neben dem privaten Familienpicknick vor allem aufgrund von Großveranstaltungen ein Problem, denn hier sind wiederverwendbare Alternativen aufgrund der Wiederaufbereitung nicht immer eine umsetzbare Option. Ausweichen können die Veranstalter aber beispielsweise auf Einmalgeschirr aus Holz.

Plastikwattestäbchen:

Auch ein riesen Problem für unsere Wasseraufbereitungsanlagen! Viele entsorgen sie tatsächlich nach wie vor durch die Toilette. Aufgrund des geringen Gewichts schwimmen die Stäbchen an der Oberfläche und wegen ihrer Größe rutschen sie durch alle weiteren Filteranlagen durch. Am Ende landen sie dann in unseren Flüssen und Seen. Ausweichen kann man z.B. auf abbaubare Varianten aus Bambus.

Trinkhalme:

Hier kommt sicher eine immense Menge zusammen, bedenkt man, dass kein Eistee oder Cocktail ohne Trinkhalm serviert wird. Auch im privaten Gebrauch ist ihr klimaschädliches Image noch nicht spürbar angekommen. Genaue Zahlen zum Verbrauch dieser Einwegprodukte gibt es zwar nicht. Es gibt aber Schätzungen der Umweltschutzorganisation Seas at Risk, nach denen jedes Jahr ca. 36,4 Milliarden Einwegstrohhalme entsorgt werden. Das wären für jeden der 512 Millionen EU-Bürger 71 Stück pro Jahr. Und viel zu viele davon finden wir dann an unseren Stränden und Meeren wieder. Die Abschaffung wurde daher von vielen Seiten schon lange gefordert. Und seien wir mal ehrlich: Neben besseren Alternativen aus Papier oder (noch nachhaltiger da wiederverwendbar) Edelstahl lassen sich doch die meisten Getränke sehr wohl ganz ohne Trinkhalm genießen.

Rührstäbe für Heißgetränke aus Plastik:

Es gibt sie gemeinsam mit den Einwegbechern zu jedem Kaffee to go am Kiosk, Rastplatz oder in der Bäckerei dazu. Die Deutsche Umwelthilfte schätzt, dass in Deutschland stündlich ca. 320.000 Becher aus unterschiedlichsten Zusammensetzungen (Polystyrol, Kunststoffbeschichtungen, usw.) inklusive Plastikdeckel über die Ladentheke gehen. Und mit ihnen eben auch die kleinen Plastikrührer, ein weiteres Beispiel für überflüssige Einwegprodukte aus Plastik. Zur Herstellung dieser Wegwerfartikel wird neben Rohöl auch jede Menge Kunststoff benötigt. Denn Einwegbecher bestehen nicht nur aus Pappe, was die Aufbereitung nach der Entsorgung wesentlich erschwert. Die Mischung aus Plastik und hohe Temperaturen ist ohnehin bedenklich. Bessere Alternativen? Es gibt wunderschöne Edelstahlbecher, die in jeder Tasche Platz finden! Und seinen Kaffee kann man auch genießen, wenn man ihn nicht mit einem Stück Plastik sondern mit einem mitgebrachten Edelstahllöffel umgerührt hat. Wenn man gar nicht auf einen Löffelersatz verzichten will, tut es ganz sicher auch ein Stab aus Holz.

Dünne Plastiktüten:

Die typischen Tüten, die es an der Obst- und Gemüsetheke gibt. Und damit der Klassiker der Einwegprodukte aus Plastik. Einfach einen offenen Korb mit zum Einkauf nehmen und schon sind die Tüten überflüssig.

Luftballonhalterungen:

Sie sind für Wildtierfreunde, besonders aus Sicht der Vogelschützer, ohnehin ein Graus: Luftballons, in großen Mengen im Freien steigen gelassen, sind für viele dramatische und qualvolle Tode von Wildtieren verantwortlich. Die Tiere verfangen sich in Schnüren oder im Plastik und können sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Oder fressen gar den unverdaulichen Ballon und verschließen sich damit Speiseröhre oder Magen. Umso überflüssiger sind dann erst recht die Plastikhalterungen. Am sinnvollsten ist ein Verzicht auf beides.

Eine Todesfalle für Wildtiere: Heliumballons

Darüber hinaus sollen auch weitere Maßnahmen erfolgen. Noch nicht ersetzbare Einwegprodukte aus Plastik sollen reduziert, Plastikflaschen in allen EU-Ländern recycelt und Zigarettenfilter weitestgehend abgeschafft werden.

Und was bedeutet das nun?

Der EU-Beschluss ist sicherlich ein wichtiger Schritt in eine gute Richtung. Auch wenn es nur der erste Schritt sein kann. Aufgrund der Ausmaße des Verbrauchs ist wohl jedem klar, dass die handvoll Einwegprodukte, die (auch erst in zwei Jahren) verschwinden sollen, keine Kehrtwende in der Plastikproblematik bedeuten. Dafür ist das Thema viel zu vielschichtig und der Verbrauch an Plastik viel zu gewaltig.

Vielmehr ist es als Symbolentscheidung zu verstehen. Jeder Gutmensch sollte nun die vorsichtige Hoffnung haben, dass noch viele weitere solcher Entscheidungen getroffen werden, damit sich alle Beteiligten – Landesregierungen, Konsumenten wie auch die Unternehmen – in eine plastikfreiere Zukunft bewegen.

Und weiter geht´s! Hier gibt es weitere Infos zum Thema für Dich

  • Einen Überblick zu weiteren Details der neuen EU-Bestimmung zu Einwegprodukten findest Du bei Utopia.
  • Mehr Infos zur Trinkhalmdebatte? Auf der Homepage der Zeit findest Du einen passenden Artikel inklusive den Verweis auf ein äußerst schockierendes Video, dass die schrecklichen Auswirkungen des Mülls auf unsere Ozeane und Meerestiere zeigt.
  • Du kriegst nicht genug von Fakten über die so beliebten Kaffee to go Becher? Du möchtest in der nächsten Diskussion darüber, ob Pappbecher denn wirklich so schädlich sein können, mit starken Argumenten glänzen? Bitteschön: Die Deutsche Umwelthilfte hat Dir alle wichtigen Fakten zusammengestellt!
  • Der BUND hat einen kurzen Artikel zu Kaffee to go Alternativen verfasst.
  • Viel Aufklärung zur Ballonproblematik, Fotos der Folgen sowie gute Alternativen findest du auf der englisch sprachigen Seite von balloonsblow.
  • Du suchst weitere Alternativen zu Plastikprodukten? Dann stöbere in meinem Artikel über Zero Waste Anschaffungen, die sich für Dich lohnen könnten.
Müllentsorgung - so geht´s!

Müllentsorgung – so geht´s!

16.10.2018, von miaray

Dank Zero Waste  und Deines Zero Waste Plans hast Du Deinen Müll beträchtlich reduziert, herzlichen Glückwunsch! Denn Gründe und Alternativen gibt es satt und genug! Dennoch kann es natürlich vorkommen, dass es nicht ganz ohne geht und wir trotzdem etwas entsorgen müssen. Der Umwelt zuliebe sollte es dann aber auch die richtige Tonne sein!

In Deutschland gibt es Mülltrennung schon lange. Umso erstaunlicher, wie wenig viele darüber wissen. Und mal ehrlich: Wer kann schon genau unterscheiden, wann etwas in die Gelbe Tonne oder doch lieber in den Restmüll gehört? Und welche Lebensmittel kommen eigentlich in die Biotonne? Na eben!

Ich habe Dir mal die wichtigsten Infos herausgefischt und zusammengefasst.  Klicke dafür auch auf die runden Bilder.

Viel Spaß beim richtigen Müllentsorgen 🙂

Altglas

Altglas - das ist damit gemeint
Glasflaschen & Einweggläser -> Entsorgung nach den Farben weiß, braun & grün
Trinkgläser, Fensterglas, Blei- & Kristallglas, Spiegelglas, Vasen, Porzellan, Keramik & Glühbirnen
  • Wird nach Farbe in Sammelbehältern entsorgt: Weiß, braun und grün
  • Blaues oder gelbes Glas, was nun? Entsorge es wie Grünglas!
  • Bitte vorher ausleeren aber nicht spülen. Tipp: Ich gebe z.B. bei passierten Tomaten im Glas zum Schluss ein bisschen Wasser hinein und schüttele alles gut durch. Die Flasche ist danach fast sauber und ich kann auch noch den letzten Rest aus dem Glas in die Nudelsoße geben 🙂
  • Achte auf regionale Flaschen, sie haben trotz des höheren Gewichts von Glas eine bessere Klimabilanz als PET
  • Verschlüsse (Alu/Plastik) gehören in die gelbe Tonne / Wertstofftonne
  • Altglas kann fast zu 100 % recycelt werden & ist bis zu 50-mal wiederverwendbar und das ohne großen Qualitätsverlust

Altpapier

Altpapier - das ist damit gemeint
Papier, Pappe & Karton
Thermopapier z.B. Kassenzettel oder Backpapier (Restmüll), Tetrapaks (Gelbe Tonne), stark verschmutztes Papier z.B. Pizzakartons oder Papiertaschentücher (Restmüll) & Briefumschläge mit Fenster
  • Bevorzuge Produkte mit dem Blauen Engel. Das Siegel garantiert die Verwendung von Altpapier & einen reduzierten Einsatz von Chemikalien.
  • Versuche, die Menge an anfallendem Altpapier zu begrenzen und bestelle unnütze Zusendung z.B. Werbeprospekte ab.
  • Wusstest Du, dass Du unreife Tomaten in Zeitungspapier einschlagen und lichtgeschützt lagern kannst und sie dann nach einer Weile noch rot werden? Mit einer Schleife und ein wenig Schmuck macht sich Papier auch gut als Geschenkpapier (wobei wir Gutmenschen natürlich wiederverwendtbare Alternativen bevorzugen 🙂 ). Alte Prospekte oder Flyer benutze ich auch als Lesezeichen. Sicher fallen Dir noch mehr Möglichkeiten ein, wie Du Dein Altpapier eine Weile weiterbenutzen kannst!

Biomüll

Bioabfall - das ist damit gemeint
Küchen- & Grünabfälle
(Gekochte) Essensreste in zu großer Menge, behandeltes Holz, Asche, Müllbeutel & sogenanntes Bioplastik
  • Sammle Deine Bioabfälle ohne Plastiktüte, denn sie muss ansonsten später mühsam aus den anderen Abfällen heraussortiert werden oder verunreinigt gar den anderen Biomüll mit Plastikpartikeln. Benutze z.B. stattdessen Tüten aus gefalteten Zeitungspapier.
  • Guter Biomüll ist eigentlich viel zu schaden für die Tonne! Hast Du einen Garten, solltest Du Dir stattdessen einen eigenen Kompost anlegen. Das geht auch schon auf kleiner Fläche (z.B. mit einem Bokashi). 
  • Wurde das Gemüse oder Obst konventionell angebaut? Dann gelangen auch all die chemischen Giftstoffe zusammen mit den Abfällen in unseren Biokreislauf. Kaufe Obst und Gemüse also lieber in Bioqualität und sichere Dir so umweltfreundliche Anbaumethoden. Für die Entsorgung auf dem heimischen Kompost gilt das natürlich umsomehr, wer möchten schon die ganzen Gifte in seinem Garten haben?

Gelber Sack

Gelbe Tonne - das ist damit gemeint
Leichtverpackungen aus Metall, Verbundmaterial sowie Kunststoff wie zum Beispiel Tetrapacks & Konservendosen
Plastikeimer, verschmutzte Plastikverpackungen (Restmüll), Alufolie (Restmüll), Recyclingflaschen (Sammelstellen)
  • Plastik  und somit auch den Verpackungsmüll solltest Du weitgehend vermeiden. Je weniger, desto besser! Gute Alternativen gibt es reichlich. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Einkauf in einem Unverpacktladen?
  • Alte Kunststoffverpackungen lassen sich durchaus noch eine Weile weiter benutzen. Befülle z.B. den alten Badreiniger oder Seifenspender mit eigenen Biokreationen oder bewahre Dein Saatgut in einer Eisdose mit Deckel auf. Es macht Spaß, neue Aufgaben für Ausgedientes zu finden, probiere es aus 🙂
  • Kunststoff ist nicht in seine Bestandteile rückführbar und kann somit auch nicht recycelt werden. Auch wenn der Grüne Punkt etwas anderes suggeriert. Immerhin ist hier die Umweltbilanz etwas besser als beim Restmüll.
  • Wusstest Du schon: In manchen Gemeinden gibt es statt der Gelben Tonne eine Wertstofftonne. Es handelt sich dabei um eine Erweiterung, denn hier kann mehr entsorgt werden.
  • Verpackungen sollten aufgrund einer besseren Umweltbilanz vor der Entsorgung nicht gespült werden. Grobe Reste entfernst Du z.B. einfach mit einem Löffel, den Rest schafft die Aufbereitungsanlage.
  • Alu-Deckel z.B. bei Joghurtbechern solltest Du vor der Entsorgung abmachen. Auch wenn Becher und Deckel in die Gelbe Tonne gehören: Die Sortieranlage kann die getrennten Komponenten besser verarbeiten.
  • Becher sollten nicht gestapelt werden, bevor sie in den Müll wandern, auch wenn Du es mit den besten Absichten tust. Für die Sortieranlage sollte alles getrennt bleiben, denn nur so kann sie die verschiedenen Kunststoffbestandteile erkennen. Becher ist nicht gleich Becher!

Restmüll

Restmüll - das ist damit gemeint
Nicht verwert-, trenn- oder recycelbare Stoffe z.B. verschmutzte Verpackungen oder Kassenzettel
Problemstoffe z.B. Lacke (Wertstoffhof), stark behandeltes Material z.B. Möbelholz (Sperrmüll) sowie Energiesparlampen &LED (Sammelstellen)
  • Hier kommt (fast) alles hinein, was untrennbar aus mehreren Materialien besteht (Materialmix) und bei dem eine Rückführung und Nutzung der Ausgangskomponenten unmöglich bzw. sehr aufwändig ist.
  • Restmüll wird daher ausschließlich verbrannt, die Energiegewinnung hierdurch ist leider etxtrem gering.
  • Mithilfe von Zero Waste sollte bei Dir kaum Restmüll anfallen. Versuche weiter, ihn auf ein Minimum zu reduzieren!

Sondermüll – der ganze Rest

Sondermüll - das ist damit gemeint
Der ganze Rest gehört auf den Wertstoffhof: Problemstoffe z.B. Lacke oder Schutt, Elektromüll, Batterien (Sammelstellen) & Sperrmüll
  • Vermeide Elektromüll, indem du defekte Geräte z.B. in einem Repair Café reparierst.
  • Wirklich Sperrmüll?? Wenn Du es nicht umgestalten und weiterverwenden oder verkaufen kannst, dann überlege doch, ob Du es nicht spenden möchtest. Hiervon haben alle Seiten etwas, inklusive deinem Gefühl, etwas Gutes getan zu haben 🙂
  • Die Entsorgungskosten und Vorgaben, was z.B. als Sperrmüll gilt, unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde. Ein Blick ins Internet hilft!
  • Handys, Korken oder CDs bestehen aus wichtigen Ressourcen, gehören daher nicht in den Restmüll und werden meist für einen guten Zweck gesammelt (z.B. vom Nabu)

Weitere Tipps gefällig?

  • Von Utopia gibt es 13 Fakten rund um die Mülltrennung.
  • Alle aufkommende Fragen rund um den Biomüll beantwortet Dir der Nabu. Er gibt auch sehr hilfreiche Tipps, wenn Du Dir statt der Tonne einen eigenen Kompost anlegen möchtest.
  • Gar nicht so leicht: Was gehört denn nun in die Gelbe Tonne? Der Grüne Punkt gibt Auskunft.
  • Die Seite „Wohindamit“ beschäftigt sich mit den Themen Abfall und Umwelt und liefert neben einer Menge Tipps und Infos zur richtigen Entsorgung auch eine Verschenkbörse (pausiert leider zur Zeit aufgrund der neuen DSGVO Ordnung).


10 Ideen für Deinen Zero Waste Lifestyle

11 Ideen für Deinen Zero Waste Lifestyle

06.10.2018, von miaray

Bereit für Ideen für Deinen Zero Waste Lifestyle?

  1. Besorge Dir mindestens einen Jutebeutel und packe ihn in Deine Handtasche oder Deinen Rucksack. So hast du ihn immer bei Dir und bist auch für spontane Einkäufe gewappnet. Welche Anschaffungen darüber hinaus noch sinnvoll sind, kannst du hier nachlesen.
  2. Verzichte bei Deinen Einkäufen auf Produkte mit Plastik- oder PET Verpackungen. Halte nach Produkten in Gläsern und Lebensmittel ohne Verpackung Ausschau. Für den Rest frage Dich: Brauche ich das wirklich? Schadet es mir oder tut es mir gut? Falls Du daran festhalten möchtest: Finde Alternativen (selber machen, andere Marke, etc.).
  3. Finde heraus, wo der nächste Biomarkt in Deiner Nähe ist und kaufe dort beim nächsten Mal ein. Informiere Dich vorher in meinem Artikel darüber, was Du über „Bio“ wissen solltest. Bevorzuge die Märkte, die auf möglichst viel Verpackung verzichten und auf Dich einen nachhaltigen Eindruck machen. Bio ist nicht gleich Bio! Auch was die Kundenorientierung angeht, gibt es große Unterschiede. Ein gutes Indiz für einen unterstützenswerten Laden: Ein freundlicher und gelöster Umgang der Mitarbeiter untereinander!
  4. Gibt es in Deiner Nähe einen Unverpackt Laden? Wie ein Einkauf  dort abläuft, erfährst Du hier. Schnapp Dir ein paar Deiner leeren Einmachgläser und Beutel und probiere es aus!
  5. Verbanne Einwegtaschentücher, Kunststoffschwämme und Küchenrolle endgültig aus Deinem Haushalt. Ersetze sie durch Stofftaschentücher und -lappen sowie recycelbare Küchenschwämme. Aufgrund der Häufigkeit ihres Einsatzes sparst du damit Berge an Abfall ein.
  6. Suche Dir ein Rezept aus dem Internet heraus und stelle eigenen Haushaltsreiniger oder eigenes Spüli her. Weg mit den Chemiekeulen und falschen Werbeversprechungen!
  7. Miste Deinen Kleiderschrank, Dein Wohnzimmer oder Deine Büchersammlung aus. Verkaufe oder spende das, was Du nicht mehr benötigst. Einen passenden Artikel von mir dazu findest Du hier.
  8. Miste Dein Badezimmer aus. Räume die Schränke aus und lege alles auf einen Haufen. Wie viel von den Tuben, Cremes und Ölen brauchst du wirklich? Trenne Dich von alten Parfümproben und verstaubtem Badezusatz. Ersetze Plastikprodukte nach und nach durch nachhaltigere Varianten (Shampoobars, Bambuszahnbürsten, Zahnpastatabletten, usw., ein Artikel dazu wird bald folgen). Und entscheide Dich für eine hochwertige Creme in Bioqualität und mit möglichst wenig Inhaltsstoffen, anstatt für zig parfümierte Chemiepasten für jede Körperzone und Tageszeit. Damit stellst Du sicher, dass Deine Haut das bekommt, was sie benötigt und vor dem ganzen, ungesunden Rest verschont bleibt. Wusstest Du zum Beispiel, dass sich Männerhaut nicht von Frauenhaut unterschiedet?
  9. Fange an, Deinen Bio Müll zu kompostieren. (Ein Artikel dazu, was in welchen Mülleimer gehört, findest Du hier.) Falls Du keinen eigenen Garten hast, frage jemanden, der einen hat, viele freuen sich über gutes Kompostfutter. Oder informiere Dich über Wurmkisten und Bokashis.
  10. Überlege Dir Möglichkeiten, wie Du Geschenke ohne übliches Geschenkpapier verpacken und verschenken kannst. Bastle aus alten Kalenderbildern Geschenktaschen oder informiere Dich über Geschenkverpackungen aus Stoff. Es ist doch eigentlich verrückt, dass wir Massen an Papier herstellen und aufwändig bedrucken, nur um es direkt wieder in die Tonne zu schmeißen … Gib auch Deiner Familien und Deinen Freunden Bescheid, dass Du Dich z.B. über wiederverwendtbare Geschenktaschen freust. Gerade zu Weihnachten sammelst du aufgrund der Menge an gespartem Müll viele Zero Waste Bonuspunkte :-)!
  11. Beklebe Deinen Briefkasten mit einem „Werbung nein Danke!“ Hinweis und gib den Geschäften Rückmeldung, von denen du danach trotzdem Werbung erhälst. Meist sind sie dankbar für einen Hinweis und geben der Firma Feedback, die für sie die Werbung verteilt.                                                                                                    Namentlich an Dich adressierte Werbung wird natürlich weiterhin eingeworfen. Nimm Dir daher vor, jede Werbezusendung per Mail abzubestellen. Es kostet Dich nur wenige Minuten (verwende einfach immer den gleichen Text). Und es wird Dir nichts entgehen! Unfassbar, wie viele Zusendungen da eigentlich zusammenkommen. Wenn es Dich interessiert: Sammle z.B. einfach mal für zwei Wochen alle Schreiben, die bei Dir reinflattern. Es wird Dich sehr freuen, wenn nur noch relevante Schreiben in deinen Briefkasten landen! Das gilt auch für Dein E-Mail Postfach. Hier reicht ein Blick ans Ende der Mail und ein Klick auf „abbestellen“!

Du hast weitere Ideen zum Zero Waste Lifestyle? Super, dann teile sie mit uns!

11 Ideen für Deinen Zero Waste Lifestyle
Viel Spaß beim ausprobieren 🙂
Zero-Waste-Plan

Zero Waste Plan – So gelingt die Umstellung!

04.10.2018, von miaray

Das wir im Sinne von Zero Waste auf Plastik und Verschwendung verzichten sollten, ist bei den meisten bereits angekommen. Aber wie finden wir geeignete Alternativen für Plastik und Co?

Sobald der Wunsch da ist, seine Lebensweise der Umwelt und unserer Zukunft zuliebe umzustellen, stellt sich direkt die Frage: Wo nur anfangen?

Die Zero Waste Lebensweise gibt Dir wertvolle Hinweise, die sich glücklicherweise in jedem Lebensbereich umsetzen lassen. Einige Beispiele, wie Dir das im z.B. Büroalltag gelingt, haben ich hier mal für Dich  zusammengetragen.

Halte Dir immer vor Augen: Egal, was du veränderst und ist die Änderung noch so klein, es ist der richtige Schritt! Und um auch für längere Zeit am Ball zu bleiben hilft es ungemein, wenn Du Dir kleine Fehltritte verzeihst, solltest Du mal schwach werden und in alte Gewohnheit zurückfallen. Denn je weiter du schon gekommen bist, umso schmerzhafter sind die Veränderungen, die dann noch übrig bleiben. Meine persönliche Erfahrung: Jeder von uns hat ganz besonders lieb gewonnene Gewohnheiten, die sich nicht ohne Trennungsschmerz oder besonders kreativer Alternativen verändern lassen 🙂  Eine meiner Schwachstellen? Auf jeden Fall Schokolade, die sich ohne Verpackung nur schwer auftreiben lässt.

Natürlich kann Dein Einstieg auch ganz ohne Plan und Liste klappen. Einige Alternativen und Anschaffungen, die sich aus meiner Sicht in jedem Fall lohnen, findest Du hier. Ich persönlich mag es einfach sehr, wenn ich etwas abhaken kann, denn das motiviert mich ungemein 🙂 Und als netten Nebeneffekt kommen Dir dabei auch direkt neue Ideen für weitere Verschwendungskiller, du wirst sehen.

Zero-Waste-Plan
Ein Zero-Waste-Plan gibt Dir Orientierung und motiviert zugleich

Der Zero-Waste Plan

Und so kannst Du Deine ersten Schritte in Richtung verschwendungsfreie Zukunft planen:

  1. Notiere Dir die aus Deiner Sicht größten Verschwendungen, die Teil in Deinem Alltag sind. Drei Sachen sollten ausreichen.
  2. Jetzt notiere Dir die aus Deiner Sicht am leichtesten zu verändernden Verschwendungen, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Auch hier sind drei Nennungen genug.
  3. Nun schau Dir Deine sechs Punkte an und wähle Dir aus jeder Kategorie genau eine Verschwendung heraus, die Dich am stärksten anspricht oder motivieren würde.
  4. Schreibe Dir nun diese zwei Punkte nebeneinander und sammle darunter Ideen, wie sich die jeweilige Verschwendungen abschaffen lassen könnten. Recherche im Internet ist natürlich erlaubt 🙂
  5. Markiere Dir die beiden Ideen, die Dir am vielversprechendsten erscheinen. Berücksichtige dabei , dass die besten Alternativen ohne Neuanschaffungen auskommen. Falls nicht, überlege Dir falls nötig direkt, was du mit den Sachen machst, die Du ersetzt (meinen Artikel zur Beseitigung der Spuren nach dem Ausmisten findest Du hier). Auch wenn es schöne Edelstahldosen oder Einmachgläser gibt und Du sofort alles verändern möchtest: Überlege Dir, was Du für eine gewisse Zeit noch weiter benutzen kannst, denn auch das Entsorgen von noch nutzbaren Plastikdosen ist eine Verschwendung, oder? Ich zum Beispiel habe einige meiner Plastikbehältnisse in den Garten verbannt und lagere darin sehr erfolgreich meine Saattütchen 🙂 ).
  6. Lege los!
  7. Nimm Dir die Liste nach einiger Zeit nochmal zur Hand und picke Dir die nächsten zwei Punkte heraus. Vergiss das Abhaken der zwei ersten und erfolgreich umgesetzten Punkte nicht 🙂

Ich wünsche Dir viel Spaß beim Umsetzen und freue mich, wenn Du mir schreibst und mitteilst, mit welchen Punkten Du angefangen hast und welche Ideen Du hattest, um sie zu ersetzen :-)!

Zero-Waste-Plan, erste Schritte
Geschafft! Die ersten Schritte auf Deinem Weg Richtung Zero-Waste
Wirklich Bio - Was Du darüber wissen solltest

Wirklich Bio? – Was Du darüber wissen solltest

27.08.2018, von miaray

Bio-Lebensmittel, also Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft – immer mehr Menschen greifen danach, wenn sie die Wahl haben. In jedem Discounter werden mittlerweile Produkte mit dem Label „Bio“ angeboten. Ein regelrechter Boom – oder?

Leider nein. Das Thema „Bio“ wird vielfach diskutiert und ist in den Medien überpräsent. Ein Blick auf den Markt zeigt jedoch deutlich, dass die Kunden trotz Aufklärung und Lebensmittelskandale nach wie vor am liebsten zu sogenannten „konventionellen“ Varianten greifen. Laut foodwatch lag der Marktanteil von Bio-Produkten im Jahr 2015 bei gerade einmal 4,8 %. Zwar wächst dieser Anteil stetig weiter, dennoch sind wir weit davon entfernt, von einem „Boom“ zu sprechen.

Woran liegt das?

Gerade in Supermärkten liegen Bio-Obst und Bio-Eier neben den konventionellen Produkten. Der extreme Preisunterschied ist auf einem Blick zu sehen, was es vielen sicher sehr schwer macht, zur Bio Variante zu greifen, wenn der qualitative Unterschied nicht wirklich transparent ist.

Darüber hinaus sind die Unternehmen sehr clever: Konventionelle Verpackungen machen den Anschein, Bio zu enthalten, ohne das Bio auch wirklich drin steckt. Wohin der Kunde auch schaut, sieht er viel Grün, Wiesen, glückliche Tiere, urtümliche Bauernhöfe, Worte wie „natürlich“ oder „regional“ – all das findet sich in den Regalen. Ein möglichst wohlklingender Markenname tut sein Übriges dazu und schon freut sich der umweltbewusste Kunde. Und das, ohne dass irgendwo der geschützte „Bio“ Begriff verwendet werden musste. Und sicher gibt es viele, die sich über ihre Lebensmittel nach wie vor wenig Gedanken machen – gekauft wird, was schmeckt und billig ist. „Bio“ ist doch eher was für die Weltverbesserer und Blumenfreunde (sprich Gutmenschen (:) unter uns!

Doch was bedeutet denn nun „Bio“??

Viele von uns greifen jedoch vorbildich zu den Produkten mit Bio-Label inklusive dem Gewissensbonus, immer in dem Glauben, das Richtige zu tun. Doch ist das wirklich so? Folgende Kriterien müssen laut Wikipedia erfüllt sein, damit ein Produkt „Bio“ ( altgriechisch für „Leben“) ist:

  • Verzicht auf Gentechnik
  • Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, Kunstdünger oder Klärschlamm 
  • Artgerechte Tierhaltung gemäß EG-Öko-Verordnung, die unter anderem Mindestflächen und Zugang zu Freiflächen vorsieht
  • Verzicht auf Antibiotika und Wachstumshormone
  • Produkte wurden nicht ionisierend bestrahlt
  • Weniger Lebensmittelzusatzstoffe als bei konventionellen Produkten
  • Die Grenze von 5 % nicht ökologisch erzeugter enthaltener Zutaten darf nicht überschritten werden

Nur wenn alle Kriterien erfüllt sind und der Betrieb entsprechend geprüft und zertifiziert wurde, darf mit den seit 1993 geschützten Begriffen Bio-, Öko-, biologisch, ökologisch, kontrolliert ökologisch, kontrolliert biologisch, biologischer Landbau, ökologischer Landbau, biologisch-dynamisch und biologisch-organisch geworben werden.

Doch aufgepasst: Nicht geschützt sind die Begriffe Naturkost, kontrollierter Anbau und integrierter Pflanzenanbau. Sie klingen gut, haben aber keinerlei ökologischen Mehrwert. Ähnlich verwirrend ist die Bezeichnung aus regionalem Anbau. Hierfür gibt es ebenfalls keinerlei Vorgaben, auch wenn entsprechende Siegel etwas anderes vermuten lassen.

Aus Gutmensch Perspektive sind Bio-Lebensmittel in jedem Fall besser als konventionelle Produkte, keine Frage! Sowohl für Tiere und Umwelt, als auch für die eigene Gesundheit lohnt sich der Aufpreis. Denn der kommt aufgrund der aufwändigeren Anbau- und Haltungsbedingungen zustande. Aber auch weil konventionelle Betriebe die tatsächlichen Kosten von z.B. der Aufbereitung von nitratverseuchtem Grundwasser auf die Allgemeinheit abwälzen – der Steuerzahler trägt später die Last.

Und dennoch … In der Praxis macht es jedoch gerade für die „Nutztiere“ einen geringeren Unterschied als viele Kunden glauben. Von einer „artgerechten Haltung“ im Tierschutzsinn sind wir nach wie vor sehr weit entfernt. Falls Du das Thema Fleisch und Tierwohl weiter vertiefen möchtest empfehle ich Dir meinen Artikel „Warum isst Du denn kein Fleisch? — Die Fakten“.

Woran erkenne ich denn Bio-Produkte?

Bio-Produkte werden mit unterschiedlichen Siegeln gekennzeichnet.

  • Es gibt ein europäisches und ein deutsches Bio-Siegel. Beide beinhalten die gleichen oben aufgeführten Mindestanforderungen und werden aufgrund des Bekanntheitsgrades des deutschen Siegels meist in Kombination verwendet, obwohl nur das europäische Siegel verpflichtend ist. Neben einer umfangreichen Dokumentationspflicht sollen unterschiedliche Kontrollen die Einhaltung der Kriterien sicherstellen.
Seit 2010 verpflichtend:
Das Europäische Bio-Siegel
Das Ökolandbau Bio-Siegel ist seit 2001 in Verwendung.
Das Ökolandbau Bio-Siegel ist seit 2001 in Verwendung.
  • Deutsche Produktionsverbände haben eigene, zum Teil umfangreichere und strengere Bestimmungen. Deren Einhaltung wird mit dem jeweiligem Siegel ausgewiesen. Drei Verbände sind hier besonders bekannt und empfehlenswert, weil sie in einigen Aspekten wesentlich konsequenter sind und weniger Ausnahmen zulassen, als das Europäische Bio-Siegel: demeter, Naturland und Bioland.                  So ist demeter der einzige Verband, der die Enthornung – also das schmerzhafte Entfernen der Hörner bei Jungtieren mittels Ätzstift oder Brenneisen – bei Rindern, Schafen und Ziegen verbietet. Auch die Länge der zugelassenen Tiertransporte ist wesentlich geringer (max. 200 km) als bei dem deutschen bzw. europäischen Siegel (max. 6 Stunden). In einigen Bereichen jedoch, wie z.B. der vorgeschriebenen maximalen Tieranzahl pro ha oder der minimalen Flächenmaße, gibt es leider keine Unterschiede.
Produkte mit dem staatlichen Bio-Siegel von demeter unterliegen hohen Anforderungen und strengen Kontrollen
Naturland hat ähnlich strenge Richtlinien wie demeter
Bioland hat einen hohen Bekanntheitsgrad, seine Richtlinien sind denen von demeter oder Naturland sehr ähnlich

So lässt sich sicher sagen, dass Bio-Siegel ein Mindestmaß an Anforderungen sicherstellen, denen unsere Lebensmittel und deren Entstehung entsprechen sollten. Sobald ich mich mehr damit beschäftigt habe, war ich schockiert, wie viele Dinge es in der konventionellen Landwirtschaft gibt, die mir eine Gänsehaut bereiten (oder hast du schon einmal von einem sog. Kuhtrainer gehört?).

Schwierig wird es immer dann, wenn wir uns zu sehr auf solche Siegel verlassen und unser Gewissen damit stumm schalten. Uns sollten immer auch die Grenzen solcher Richtlinien klar sein. Tiere aus Bio-Haltung müssen noch lange nicht leidfrei und glücklich sein. Und eine Bio-Avocado aus Israel hat aufgrund ihrer Herkunft und des Wasserverbrauchs eine furchtbare Ökobilanz und sollte daher trotz Bio-Siegel gemieden werden.

Egal, wie gut ein Bio-Siegel ist: Es geht auch in der ökologischen Landwirtschaft immer noch um Geld und die Siegel sollten uns daher nie das Denken abnehmen.

Mehr Infos gewünscht?

  • Mehr Verbraucherinfos zum Bio-Siegel findest du in der Broschüre des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.
  • Du willst mehr über das Ernährungsverhalten der Deutschen erfahren? Die Bundesregierung hat 2017 einen Ernährungsreport veröffentlicht, der viele Fakten und Entwicklungen anschaulich darstellt.
  • Weitere lesenswerte Details in Bezug auf die Unterschiede zwischen den Verbandssiegeln bei den Richtlinien zur Tierhaltung findest Du auf utopia.
  • Auf der Homepage von demeter kannst Du alles zum Verband, den Auflagen und den Lebensmitteln inklusive passender Rezepte nachlesen.
  • Auch Naturland und Bioland haben eine umfangreiche Homepage.

Warum isst du denn kein Fleisch? - Die Fakten -

Warum isst Du denn kein Fleisch? – Die Fakten

22.08.2018, von miaray

Die Sonne scheint, die Abende sind lang und mild. Was passt da besser, als den Grill anzuschmeißen? Auch zu jeder anderen Jahreszeit ist Fleisch fester Bestandteil der deutschen Essenskultur: Lamm zu Ostern, Gans zu St. Martin, Wild zu Weihnachten. Ungeschlagen auf dem ersten Platz der deutschen Vorlieben liegt dabei nach wie vor laut statista auch 2017 wieder Schweinefleisch, gefolgt von Geflügelfleisch. Nur knapp dahinter liegt Rind- und Kalbsfleisch.

Drastischer ausgedrückt: Dies bedeutet laut der Albert Schweitzer Stiftung dass allein 2017 57,9 Millionen Schweine, 3,5 Mio. Rinder und sogar 600 Millionen Hühner ihr Leben lassen mussten. Unfassbar hohe Zahlen!

Die Zahl der Vegetarier und Veganer steigt stetig. Einen Artikel über die unterschiedlichen Formen von Vegetarismus findest Du hier. Viele Menschen sind der Meinung, dass Vegetarier hauptsächlich auf Fleisch verzichten, weil ihnen die Tiere so leid tun. Sicher ist das ein sehr wesentlicher Grund, aber noch lange nicht der einzige!

Je mehr ich mich mit dem Thema Ernährung beschäftigt habe, um so schockierter war ich. Vorweg: Es gibt in diesem Bereich keine guten Nachrichten (also falls du vorab eine kleine Gute-Laune Portion brauchst, schaue doch noch schnell bei meiner Glücktankstelle vorbei, bevor du weiterliest!). Das Wichtigste habe ich Dir mal zusammengefasst.

Warum Du auf Fleisch verzichten solltest:

  • Klar: wegen der Tiere! Sie empfinden Angst, Trauer und Schmerz aber auch Freude und den Wunsch nach frischer Luft und Platz genau wie wir (hier mal ein Beitrag der ARD über die außergewöhnliche Intelligenz von Schweinen). Falls du über gute Nerven verfügst: Es gibt zahlreiche Videos und Bilder, die einen Eindruck der Leiden vermitteln, die wir unseren sogenannten „Nutztieren“ zumuten, nur damit wir im Sommer jede Woche den Grill anschmeißen können. Hühnern werden die Schnäbel gekürzt, Schweinen die Ringelschwänzchen abgeschnitten und sie werden kastriert, alles ohne Betäubung oder Nachbehandlung. Über 90 % unserer späteren Würstchen leben so eng eingepfercht, dass sie sich nicht einmal umdrehen können. Viele der deutschen Rinder fristen ihr Dasein nach wie vor in Anbindehaltung. Das Sonnenlicht sehen sie zum ersten Mal, wenn sie mit dem Transporter zum Schlachthof unterwegs sind. Häufig kann man dann vom eigenen Auto aus beobachten, wie sie ihre Nasen durch die engen Schlitze drücken, nur um einmal frischen Wind zu riechen, anstatt den Ammoniakgestank in der künstlich beleuchteten Halle, in der sie ihr gesamtes Leben fristen mussten. Welchem Schwein oder Rind könnte ich vor der Schlachtung in die Augen sehen und sagen: „Dein Leben, deine Freiheit und all deine Bedürfnisse sind weniger wert als mein Appetit auf Fleisch“? Na eben!
Davon können die meisten deutschen Schweine nur träumen: frische Luft, jede Menge Platz, die Sonne wärmt die Schweineborsten und entspannte Sozialkontakte
Davon können die meisten Schweine nur träumen: frische Luft, Sonne, jede Menge Platz und entspannte Sozialkontakte
  • Unser Fleischkonsum zerstört unsere Umwelt, denn er produziert mehr klimaschädliches CO2 als man denkt (hierzu eine Übersicht des Umwelt Bundesamts). Vor allem die große Anzahl Rinder produziert jede Menge Methan und auch die entstehende Gülle, die zu häufig und in einem nicht mehr verträglichen Umfang auf die Felder ausgebracht wird, belastet Böden und Wasser vor allem mit Nitrat. Für die Futterpflanzen werden großen Waldflächen gerodetet und neben dem daraus entstehendem hohen Wasserverbrauch verschwendet Transport und Verarbeitung immense Mengen Energie. Wenn wir für alle Lebensmittel den Preis bezahlen müssten, den sie für unsere Umwelt bedeuten, wäre Fleisch im Vergleich zu Gemüse unbezahlbar (hier z.B. die Forderung vom Bundesumweltamt nach einer höheren Besteuerung von tierischen Lebensmitteln).
  • Fleisch zu essen ist natürlich? Niemand, der sich Bilder der „modernen“ hochtechnisierten Megamastanlagen und den überzüchteten Tieren anschaut, die kaum ihr eigenes Körpergewicht tragen können, kann das weiterhin behaupten …
  • Fleisch macht uns krank! Wir essen viel zu viel davon und man geht davon aus, dass der Fleischkosum eine der Ursachen unserer zahlreichen Zivilisationskrankheiten ist (Fettleibigkeit, verschiedene Krebsarten, Herzkranzgefäßen, usw.). Die Lebensmittelskandale führen uns immer wieder vor Augen, wohin der Weg geht, wenn wir Lebewesen als Fleischmaschinen ansehen und es wenigen Großkonzernen überlassen, uns damit möglichst billig und in Mengen zu versorgen. Und die Antibiotika und anderen Medikamente, die wir in rauen Mengen zusammen mit dem Fleisch aufnehmen, verschärfen die Gefahr für jeden noch.
  • Es geht ohne! Wir Menschen sind „Allesfresser“ und Fleisch kann ein (im geringen Maße) Bestandteil unserer Ernährung sein, muss es aber nicht. Also nutzen wir doch unsere Entscheidungsfreiheit!
  • Aber Bio Fleisch ist doch okay, oder? Leider ein Irrtum! Bio hat rein gar nichts mit artgerechter Haltung im Tierschutzsinne zu tun, sondern hauptsächlich mit ökologischen Aspekten (ein passender Artikel wird bald folgen). Sprich: Der Einsatz von z.B. Pestiziden bei Futterpflanzen ist stark reglementiert (daher auch der Preisunterschied). Schwein, Huhn oder Rind leben leider dennoch nicht in artgerechter Umgebung und enden auf den gleichen schrecklichen Tansporten und in den gleichen Schlachthäusern wie ihre Artgenossen aus konventioneller Haltung. Und klar ist natürlich: Auch Tiere aus Biohaltung müssen sterben, obwohl sie leben wollen. Oder überspitzter: Wenn ein Mensch getötet wird, ist es moralisch weniger falsch, nur weil er vorher ein gutes oder weniger leidvolles Leben hatte?
  • Ich sehe meinen Einkauf als Investition in die Bereiche, die ich unterstützenswert finde. Möchte ich Menschen dafür bezahlen, dass sie für mich Tiere qualvoll und unter lebensverachtenden Umständen halten, nur damit es am Ende einen elendig langen Transport voll Angst und Schmerzen hinter sich bringen muss, um dann getötet zu werden? Ich investiere lieber verantwortungsvoller!
  • Auch wenn ich der Meinung bin, dass wir als „Endverbraucher“ mit unserem Konsum wesentlicher weniger Einfluss haben, als uns Medien und Politik weiß machen möchten (denn wie soll ich mich als Kunde richtig entscheiden können, wenn es nicht einmal Auflagen zur korrekten Kennzeichnung von Lebensmitteln gibt?!): Es ist ein Statement für die richtige Sache, das ich mit jedem Einkauf abgeben kann und sollte!
Nicht mehr viel übrig – so enden die kurzen Leben der Mastschweine

Du möchtest tiefer in das Thema einsteigen oder hast ein gezieltes Anliegen? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

Ansonsten hier ein paar weiterführende Links:

  • Der BUND hat einen Leitfaden herausgebracht, um Dich dabei zu unterstützen, wenn ein Megamastbetrieb in Deiner Umgebung gebaut werden soll. Natürlich findest Du auf der BUND Homepage auch viele weitere Infos zum Thema.
  • Du hast mitbekommen, wie (Nutz-)Tiere gequält werden? Der Deutsche Tierschutzbund zeigt Dir, was Du jetzt tun solltest, um dem Tier schnellstmöglich zu helfen.
  • Animals´Angels ist eine Organisation, die sich komplett aus der eigenen Komfortzone herausgewagt und dem (internationalem) Leid und der fehlenden Lobby von Nutztieren angenommen hat. Ihr Motto „Wir sind bei den Tieren“ ist Programm und verdient meinen höchsten Respekt, bei all dem Elend und der menschlichen Ignoranz, die sie täglich dokumentieren. Animals´Angels macht sich unter anderem dafür stark , dass die lebensverachtenden Langstreckentransporte von Nutztieren in der EU endlich verboten werden. Für viele ein unbekanntes und damit umso wichtigeres Thema!
Animals Angels dokumentiert die Langstreckentransporte europäischer "Nutztiere"
Quelle: https://www.animals-angels.de/projekte/europa/langstrecken-tiertransporte-eu.html
Animals´Angels dokumentiert die qualvollen Langstreckentransporte europäischer „Nutztiere“
Quelle: https://www.animals-angels.de/projekte/europa/langstrecken-tiertransporte-eu.html
Animals´Angels dokumentiert die qualvollen Langstreckentransporte europäischer „Nutztiere“
Quelle: https://www.animals-angels.de/projekte/europa/langstrecken-tiertransporte-eu.html
  • PETA Deutschland e.V. hat zusammen mit seinem amerikanischen Pendant über sechseinhalb Millionen Unterstützer und ist damit nach eigener Aussage die größte Tierrechtsorganisation weltweit. Neben der Aufklärungsarbeit ist PETA auch aufgrund seiner zumeist medienwirksamen Aktionen und konfrontativen Vorgehensweise bekannt (und z.T. umstritten). Wenn man sich das Bildmaterial dann ansieht, dass sie als Beweis an die Medien weiterreichen und das die schlimmen Zustände zeigt, von denen andere nur in der grauen Theorie sprechen, bin ich froh, dass sie nicht aufhören, die Menschen wachzurütteln. Auf der Homepage finden sich viele nützliche Tipps und Infos rund um den Tierschutz und für die nervlich starken Zuschauer auch reichlich Einblicke in die Realität unserer „Nutztiere“.
PETA Deutschland e.V. zeigt Bilder aus Mastanlagen. Quelle: Foto von PETA Deutschland e.V.  https://www.peta.de/Fleisch-kostet-Leben
PETA Deutschland e.V. zeigt Bilder aus Mastanlagen
Quelle: https://www.peta.de/Fleisch-kostet-Leben
PETA Deutschland e.V. zeigt Bilder aus Mastanlagen
Quelle: https://www.peta.de/Fleisch-kostet-Leben

Zitate für die Gutmensch Seele

11.08.2018, von Miaray

Du liebst inspirierende Zitate und Bilder? Du findest, sie erfrischen den Geist und stoßen zum Nachdenken an? Gut kombiniert können sie auch für Tiere und Natur viel bewegen und einen tiefen Eindruck hinterlassen. Daher sammle ich fleißig wie ein Hamster und reiche sie mit Freude an Dich weiter, in der Hoffnung, dass sie Dir den Tag verschönern!

Zitate für die Gutmensch Seele – 11.08.2018
Zitate für die Gutmensch Seele – 11.08.2018
Zitate für die Gutmensch Seele – 11.08.2018
Hilf den Kleinsten unter uns!

Sechs Schritte zur Rettung der Insekten

  • Unordnung! Insekten lieben Rückzugsmöglichkeiten, an denen nicht ständig geharkt, gemäht, gestutzt und gebuddelt wird. Sie freuen sich über Laub, verblühte Stängel und Totholz, dass einfach liegen bleiben darf. Denn für viele bildet es eine wichtige Rückzugsmöglichkeit und Überwinterungsgrundlage.
  • Selbstredend: Der Verzicht auf alle Gifte und chemische Mittel!
  • Prost! Wasserquellen sollten ebenfalls in Deinem Angebot sein, gerne mehr als eine. Gerade in Sommern, in denen der nächste Regen schon seit Wochen auf sich warten lässt, kannst Du damit Leben retten. Singvögel und Insekten freuen sich besonders, wenn Du das Wasser regelmäßig austauschst, fleißig auffüllst und darauf achtest, dass auch die Kleinsten Wasser bekommen. Und die Tränke danach auch sicher wieder verlassen können. Hier hilft beispielsweise ein stabiler Ast, der als Leiter zum Rand führt, oder noch besser größere Steine, die  insektenfreundliche Inseln bilden. Es gibt auch passende Tränkenangebote im Handel, achte nur auf eine möglichst pflegeleichte Oberfläche (Kunststoff fällt natürlich raus!) und einen flachen Rand.
Wasser ist für alle lebenswichitg - auch für die ganz Kleinen
Wasser ist für alle lebenswichitg – auch für die ganz Kleinen
  • Du hast einen Garten oder Balkon? Super! Egal, wie groß, Du kannst eine kleine Insektenoase erschaffen. Ein gutes Büfett sollte dazu gehören, eine sogenannte Bienenweide. Also Pflanzen, die besonders viele Insekten ansprechen, am besten so miteinander kombiniert, dass es von Frühjahr bis Spätherbst eine möglichst lückenlose Versorgung gibt und immer etwas in Blüte steht. Hier gibt es tolle Samenmischungen, die sich auch in einem Balkonkasten oder einer Ampel toll machen!
  • Insektenhotels können gerade für Wildbienenarten tolle Dienste leisten! Leider taugen die meisten Hotels überhaupt nichts und die Zimmerchen bleiben leer. Achte also darauf, dass es ein möglichst simples Hotel ist, die Eingänge frei von Spänen sind (sonst reißen sich die Bienen die Flügel kaputt!!) und im besten Fall unterschiedlich große Bohrlöcher haben. Einsätze mit Tannenzapfen oder rote Florfliegenbereiche sind völliger Quatsch und nur Geldverschwendung. Je simpler der Aufbau, umso besser. Ein Stück Holz mit sauber gebohrten Löchern reicht schon völlig aus! Schaue im Internet nach, hier findest du Anleitungen zum Beispiel vom Nabu, die wirkliche Insektenkenner geschrieben haben.
Mindestens ein Mal pro Jahr müssen die Einfluglöcher Deines Insektenhotels kontrolliert, gesäubert und geglättet werden
  • Kampf der Lichtverschmutzung! Und was ist das genau? Damit ist gemeint, dass der Nachthimmel durch künstliche Lichtquelle aufgehellt wird. Klingt ja erst einmal nicht schlimm. Aber für die Insekten ist das Wechselspiel aus Licht und Dunkelheit entscheidend für ihren Tagesrythmus. Das Gleiche gilt natürlich auch für uns. Wichtig ist: So wenig künstliche Lichtquellen am Haus und im Garten wie möglich. Gerade die Nachtschwärmer werden es Dir danken!
Genauso schön, wie er Dank der Lichtverschmutzung nur noch selten zu erleben ist - ein Sternenhimmel
Genauso schön, wie er Dank der Lichtverschmutzung nur noch selten zu erleben ist – ein Sternenhimmel

So, nun bist Du an der Reihe!

Mache den Kleinsten in Garten und auf dem Balkon eine große Freude und sichere damit ihre Zukunft. Jeder Schritt zählt 🙂

Einmachgläser im Unverpackt-Laden

Zero Waste – Eine Kurzanleitung zu Unverpackt-Läden

30.07.2018, von miaraylo

Für einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck ist es sinnvoll, Alternativen zu herkömmlichen Supermärkten zu finden. Obst und Gemüse kann ich zum Teil auch dort ohne Plastikverpackung erhalten. Noch besser ist es, den regionalen Biobauern zu unterstützen und dort den Einkaufskorb mit unverpackten Lebensmitteln zu füllen.

Es gibt jedoch Lebensmittel und Hygieneprodukte, die ich auch dort meist nicht ohne üblichen Abfall und nur in nicht sehr nachhaltigen Varianten bekomme.

Unverpackt-Läden sind daher eine wichtige Ergänzung der Zero Waste Einkäufsmöglichkeiten und jeder, der einen in seiner Nähe hat, sollte ihm einen Besuch abstatten. Die Atmoshpäre erinnert mich immer ein wenig an alte Tante Emma Läden nur in modern, alles ist irgendwie entschleunigt und die schicken Lebensmittelspender und Einmachgläser inklusive Waage tun ihr Übriges dazu.

Vieles erinnert an die guten, alten Tante Emma Läden - nur in heller :-)

Vieles erinnert an die guten, alten Tante Emma Läden – nur in heller 🙂

Was gibt es dort?

Die Produktpalette kann sicherlich von einem zum anderen Unverpackt-Laden abweichen, auch abhängig davon, wie groß Ladenlokal und Lagerfläche sind. Die Öffnungszeiten des Unverpackt-Ladens in meiner Nähe sind beispielsweise recht begrenzt, daher gibt es dort ausschließlich haltbare, überwiegend getrocknete Lebensmittel und Hygieneprodukte.

Häufig erfüllen die Produkte noch weitere Ansprüche. Bio und vegan sind sie meist auch. Nahrungsmittel wie Nudeln, Reis, Hirse, Kircherbsen und Gewürze gehören zur Grundausstattung, Nüsse und Tees sind auch nicht selten. In der Regel gibt es ein Produktverzeichnis auf der Ladenhomepage. Auch ein guter Moment, um seine Zutatenliste zu erweitern! Kokoschips zum Beispiel eignen sich nicht nur zum kochen, mittlerweile esse ich sie auch liebend gerne so wie sie sind als Snack bei einem guten Film.

Im Bereich der Körperpflege und Reinigungsmittel gibt es auch so einiges, dass gut in das Sortiment passt: Shampoobars (als Ersatz für Shampoo in Plastikflaschen), Zahnpastatabs, recycelbare Wattestäbchen oder Spülschwämme – mittlerweile ist das Sortiment an nachhaltigen Alternativen ganz ansehnlich. Die Gelegenheit, sich alles einmal aus der Nähe anzusehen. Darüber hinaus kannst Du Dich hier auch mit einer guten Zero Waste Grundausstattung eindecken, wie Edelstahldosen, Gemüsenetze oder Jutenbeutel.

Und zu guter Letzt: Nicht zu unterschätzen ist sicherlich auch der Netzwerk Faktor, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen! Gibt es vielleicht Vorträge oder Veranstaltungen zu dem Thema in der Nähe? Oder plant der Laden sogar selbst, etwas auf die Beine zu stellen? Hier erfährst du es!

Wie funktionieren nun Unverpackt-Läden?

  • Die Läden bekommen ihre Ware in Säcken und Großgebinden (leider meist nicht  verpackungsfrei) und packt sie in Behälter oder Spender um.
  • Als Kunde bringst du Deine eigenen Behältnisse mit oder du kaufst Dir welche im Laden.
  • Die Behältnisse werden gewogen und beschriftet.
  • Du befüllst die Behältnisse mit den gewünschten Sachen.
  • Es wird noch einmal gewogen und du bezahlst deine „Ausbeute“.

Tadaa 🙂 Schon bist du stolzer Unverpackt Kunde, herzlichen Glückwunsch!

Praktisch und dekorativ zugleich: Die Unverpackt Ausbeute abgefüllt in Gläser

Praktisch und dekorativ zugleich: Die Unverpackt Ausbeute abgefüllt in Gläser