Pflanzkalender, Gartenjournal und Pflanzplan

Pflanzkalender, Gartenjournal und Pflanzplan

von miaray, 03.02.2019

Sooooo, ganz stolz kann ich verkünden:

Ich habe die kalten Tage gut genutzt und habe mir meinen Pflanzplan für 2019 erstellt!

Nichts beschert einem größere Vorfreude auf Frühling und Sommer! Ein Wundermittel gegen Winterverstimmungen.

Falls auch Du gerade dabei bist, das kommende Gartenjahr zu planen, solltest Du meinen Artikel zu Mischkulturen lesen und Dir die Tabelle über gute Gemüsenachbarn herunterladen 🙂 Zeit dafür hast Du ja jetzt noch, denn abgesehen von der Wildvogelfütterung gibt es draußen im Moment noch nicht viel zu tun.

Viel Erfahrung mit Gemüseanbau und Pflanzenpflege kann ich noch nicht vorweisen, daher ist mir eine gute Vorbereitung besonders wichtig. Mein Anspruch für den Start in meine Gärtnerlaufbahn ist, möglichst viele Fehler zu vermeiden und möglichst viele Dinge auszuprobieren.

Und los geht´s!

Was hilft bei der Planung?

Mein wichtigster Tipp an Dich lautet: Lege Dir ein Gartenjournal zu! Nimm Dir einfach das nächstbeste Notizbuch und habe es beim gärtnern immer in Deiner Nähe. Darin hälst Du zukünftig alles fest, was Du im Laufe der Saison für wichig hälst.

Das kann beispielsweise sein:

  • Was hast Du angebaut?
  • Wo hast Du es gepflanzt? (Zeichnungen und Skizzen erwünscht!)
  • Wann und wie viel konntest Du ernten?
  • Hat es geschmeckt? Würdest Du die Pflanze nochmal anbauen?
  • War der Standort und Pflanzabstand passend?
  • Gab es Verluste? Wenn ja, wodurch (Wetter, Insekten, etc.)
  • Gab es Besonderheiten (Dürre, später Frost, etc.)
  • Warst Du zufrieden? Womit nicht? Und warum?
  • Und am wichtigsten: Was würdest Du beim nächsten Mal anders machen?
  • Was Dir sonst noch wichtig ist.

So baust Du Dir selber Erinnerungsbrücken. Denn wenn Deine Erfahrung wieder relevant wird, sind schon einige Monate ins Land gegangen und schnell hast Du etwas vergessen. Eine ganz einfache Methode also, um Fehler kein zweites Mal zu machen!

Ich habe mir neben der Tabelle über gute Gemüsenachbarn und dem Gartenjournal auch einen Pflanzkalender erstellt. Er enthält eine Übersicht über mein Saatgut. Das war dringend nötig, denn mittlerweile habe ich doch eine ganze Menge kleiner Samentütchen beisammen. Und da mit jedem Jahr die Keimfähigkeit schwindet, solltest auch Du darauf achten, möglichst zeitnah zu verbrauchen, was dein Saatgutvorat so hergibt!

Sollte Dein Saat noch überschaubar sein, kannst Du diesen Teil also getrost überspringen und direkt zum Pflanzplan gehen.

Wie schaut mein Pflanzkalender aus?

Ich habe mir vermerkt:

  • wann ich die Samen gekauft habe,
  • in welchem Monat welches Pflänzchen gesät wird,
  • ob es innen vorgezogen wird oder besser direkt ins Freiland kommt,
  • wann und wie lange die Blüte bzw. Ernte ansteht,
  • welche Boden- und Lichtbeschaffenheit bevorzugt wird,
  • wie viel Platz und welcher Pflanzabstand benötigt wird,
  • ob es Besonderheiten gibt (Lichtkeimer, Rankhilfe, usw.).

Alle Angaben findest Du in der Regel auf dem jeweiligen Samentütchen. Fehlende Infos gibt es im Internet. Aussaat und Ernte habe ich mir mit farbigen Balken markiert.

Praktisch, wenn Du Deinen Pflanzkalender digital erstellst. So kannst Du ihn ohne großen Aufwand immer aktualisieren. Noch praktischer, wenn Du ihn auch unterwegs dabei hast. So kannst Du beim nächsten Gartenmarkt schnell nachsehen, welche Sorte noch in Deiner Sammlung fehlt und vermeidest gleichzeitig doppelte Anschaffungen.

Natürlich musst Du nicht all Deine Pflanzen selbst ziehen und kannst im Frühjahr auf Setzlinge zurückgreifen. Das erspart Dir jede Menge Arbeit. Und meist ist der Ernteerfolg etwas gesicherter. Dafür bekommst Du allerdings auch nicht immer die besonderen Sorten und weißt mit absoluter Gewissheit, ob beispielsweise Gift zum Einsatz kam. Super, wenn Du einen Gärtner Deines Vertrauens hast!

Mein Pflanzplan 2019

Mithilfe der drei Übersichten habe ich mir dann zusammengestellt, was ich in diesem Jahr alles anbauen möchte und an welchem Platz und in welcher Gesellschaft dies passiert. Um kein Zeitfenster zu verpassen, habe ich mir grob notiert, wann welche Gartenarbeit anfällt. Mit mehr Erfahrung wird eine so genaue Vorbereitung sicher nicht mehr nötig sein. Aber zu Beginn ist es für mich so wesentlich einfacher, mich rechtzeitig um alles zu kümmern.

Anfang Februar

  • Kresse und Salat auf der Fensterbank anbauen
  • Frühkartoffeln weglegen

Ab Mitte Februar

Sträucher & Hecken stutzen (Vogelschutz beachten! März – Sept. Schonzeit), Beete vorbereiten, lüften & mulchen, Rankhilfen für Zuckerschoten / Himbeere / etc. bauen, Hochbeet ausbessern, Kompost wenden

  • Schnittknoblauch vorziehen
  • Kräuter vorziehen
  • Tomaten vorziehen

März (nach dem letztem Frost)

Kompost ausbringen, Beete freiräumen, Gartenutensilien vorbereiten

  • Kohlrabi vorziehen
  • Mais säen (wegen Bestäubung in Gruppen, guter Nachbar von Kürbis und Zuckerschote)
  • Zuckerschote säen (Rankhilfe, mehrere nebeneinander, nachsäen, kein Dünger nötig)
  • Spinat säen (immer wieder nachsäen, überwintert)
  • Wildblumen säen (Himmelsleiter, Schafgarbe, Ringelblume, Wiesenknopf und Akelei)
  • Möhren aussäen & vereinzeln (Boden vorher tief lockern!, etwas Sand von Vorteil, nicht vorziehen)
  • Schnittknoblauch und Kräuter auspflanzen (auf Saattemperatur und Bodenbeschaffenheit achten, viel Sonne, weniger Nährstoffe)

April

Salbei schneiden, Rankhilfen platzieren

  • Tomaten ins Freiland (Starkzehrer, hoher Wasserbedarf, Staunässe vermeinde zB mithilfe von Kies, im Kübel, vor Regen schützen, gute Stützen nötig, Spitzen kappen um Fruchtbildung anzuregen)
  • Kohlrabi ins Freiland (viel wässern & düngen)
  • Butternut Kürbis vorziehen (kleine Sorte, dennoch Pflanzabstand beachten, lange Reifezeit bis zur Ernte, stabile Rankhilfe bauen)
  • Radieschen (Ernte nach vier Wochen, stetig weiter säen, Starkzehrer, guter Lückenfüller)
  • Erdbeeren pflanzen (Setzlinge aus dem letzten Jahre, Mittelzehrer)
  • Zucchini (viel Platz, Starkzehrer, sonnig)

Mai

  • Brokkoli (reichlich Kompost, direkt ins Freiland, 30 cm Abstand)
  • Butternut Kürbis ins Freiland

Sicher werden noch ein paar Einträge dazukommen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Gartenprojekt zur Rettung der Insekten? Dennoch reicht die Übersicht schon völlig aus, um loslegen zu können. Eine kleine Skizze mit den jeweiligen Orten rundet den Plan ab und stellt sicher, dass sich alle Pflanzen in passender Nachbarschaft befinden und gut gedeihen können.

Und jetzt viel Spaß beim Planen!

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