Was Du zur Wildvogelfütterung im Winter wissen musst

Check-Up Wildvogelfütterung im Winter

11.11.2018, von miaray

Überstehen Wildvögel den Winter besser, wenn sie von uns gefüttert werden? Hier scheiden sich die Geister. Viele kritische Stimme sagen, dass Wildvogelfütterung nicht nur unnötig sei, sondern den Tieren sogar schade. Von Vermeidung natürlicher Auslese und von Vermenschlichung ist die Rede.

Ich persönlich denke, dass es sehrwohl dem Naturschutz dient, wenn wir unseren gefiederten Gartenbewohnern ein bisschen Unterstützung geben. Denn es fällt mir schwer, „natürliche Auslese“ anzuerkennen, wenn um uns herum haufenweise Glyphosat und Schottergärten zu finden sind.

Das Rotkehlchen überwintert bei uns und ist ein häufiger Gast am Futterhäuschen.

Dennoch solltest Du ein paar Dinge beachten, wenn Du Wildvögel fütterst:

  • Stellst Du ein Futterhaus auf, solltest Du auf eine feste Bauweise, große Einflugmöglichkeiten von allen Seiten und wenig Schnickschnack Wert legen.
  • Reinige das Futterhaus regelmäßig mit heißem Wasser! So nah kommen sich die Wildvögel normalerweise nicht. Und leider lassen einige von ihnen auch mal eine Hinterlassenschaft zurück. Parasiten und Krankheiten fühlen sich daher leider sehr wohl.
  • Wenn Du ein Futtersilo wählst, ist das Ansteckungsrisiko etwas geringer. Dafür aber auch die Arten der Vögel, die von Deiner Fütterung profitieren.
  • Sonnenblumenkerne mögen viele unserer Wildvögel. Darüber hinaus gibt es mittlerweile die unterschiedlichsten Varianten zu kaufen. Noch besser: Du stellst das Futter selbst her. Dann weißt Du auch, wo die Bestandteile herkommen. Und verzichtest auf die überflüssigen Plastiknetze, in denen sich die Meisenknödel meist befinden.
  • Gebe nicht zu viel Futter auf einmal, damit es nicht verdirbt oder zu stark verschmutzt. Dafür lieber etwas häufiger.
  • Verzichte in Deinem Garten auf zu viel Ordnung. Lasse Laub und Äste liegen. Sie dienen Insekten als wichtige Überwinterungsmöglichkeiten und sind daher auch für die Nahrungskette unserer Wildvögel wichtig. Mehr zur Rettung der Insekten findest Du in meinem Artikel.
  • Vermeide exotische Pflanzen, entscheide Dich stattdessen für heimische Sträucher (Beispiele findest Du hier). Denn unsere Wildvögel und Insekten haben sich auf viele von ihnen spezialisiert. Viele Pflanzen bieten in Herbst und Winter Beeren, von denen sich einige Vogelarten ernähren. Vogelfütterung mal ganz natürlich 🙂
  • Nicht zu vergessen: Kommt der Frost, finden Wildtiere nur noch selten geeignete Wasserstellen. Hast Du eine frostfeste Tränke, halte sie möglichst eisfrei und wechsle das Wasser darin regelmäßig aus.

Mit ein wenig Hilfe schaffen es die kleinen Gartenbesucher sicher bis zum Frühling. Und darüber hinaus lohnt es sich, seinen Garten möglichst naturnah zu gestalten. Denn hiervon profitieren dann auch direkt andere Wildtiere 🙂

Nutzbare Wasserstellen sind selten, sobald es friert

Noch mehr Infos zum Thema?

  • Deine Futterstelle freut sich über reichlich Besuch? Der LBV hat eine Übersicht der 30 häufigsten Gartenvögel inklusive ihrer Stimmen zusammengestellt. Welchen Wildvogel erkennst Du wieder?
  • Meisenknödel kannst Du mit wenigen Zutaten selber machen. Auf smarticular kannst Du nachlesen, wie. Auch eine vegane Variante findest Du dort 🙂
  • Igel haben es im Winter nicht leicht! Infos darüber, was Du tun kannst, um ihnen zu helfen, findest Du auf der Seite vom Nabu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.